Dezember 2014


31.12.2014

Bild Es guets Neus..

Das Jahr geht zu Ende und ich möchte mich bei allen Lesern für die Treue bedanken. Ich wünsche ein gutes, neues Jahr...


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30.12.2014

Bild Die neue Bedrohung für den Westen: Wassermelonen-Terroristen

Die Schweizer haben die Welt gerettet. Im kleinen Alpenland wurden drei Personen verhaftet, die ein ...


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27.12.2014

Bild Achtung – Wetterautisten gesichtet

Es schneit aus allen Richtungen. Der Winter hat doch noch den Weg zu uns gefunden. Die frühlingshaften Temperaturen bis zur Weihnacht...


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25.12.2014

Bild Liebe Leser

Die weihnächtlichen Tage sind begleitet von frühlinghaften Temperaturen bis hin zum arktischen Winter. Daher muss ich vor dem kalten Temperatursturz...


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23.12.2014

Bild Die lachenden Dritten

Sie haben’s geschafft, unsere lieben Politiker. Die Ausländerfeindlichkeit erklimmt die Meinungscharts und tausende hüpfen ...


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22.12.2014

Bild Der Kirche rennen die Schäflein davon

Die Schweizer befürchten ein Land von Ungläubigen zu werden. So stand es jedenfalls in einem Artikel. Da stellt sich sofort die Frage...


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21.12.2014

Bild Schulbesuch in Brüssel

Letzthin war wieder Besuchstag. Wie jedes Jahr, können die Ernährer ihrer Schützlinge in der Schule besuchen und sehen, wie die Kleinen lernen und sich sozialverträglich ...


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20.12.2014

Bild Fifa weist Rekurs von Garcia zurück

Die FIFA, ein selbsternannter Fussballverband, streitet sich immer wieder um die Titelseiten der Gazetten. Sie konkurriert mit Folterberichten der USA,...


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19.12.2014

Bild Bekommen Kleinsparer jetzt weniger Zins?

Haben Sie ihr Geld noch auf einem Bankkonto? Fühlen Sie sich wohl dabei? Sollten Sie beide Fragen mit ja beantworten, könnte sich ihr Wohlbefinden...


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18.12.2014

Bild Mediale Peinlichkeit par excellence

Liebe Leserinnen und liebe Leser. Ich möchte mich entschuldigen. Heute mute ich Ihnen wieder mal die volle Tragweite des volksfinanzierten Teletubbyismus zu...


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17.12.2014

Bild Der neue Knigge

Fast jeder hat schon einmal vom Knigge gehört. Vor allem die ältere Generation kennt noch dieses Nachschlagewerk der guten Benimm-Regeln...


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16.12.2014

Bild Invasion – neue marodierende Spezies entdeckt

In letzter Zeit liest man immer mehr von einer humanoiden Rasse, die marodierend durch die europäischen Strassen zieht. Die Auswirkungen auf die Umwelt...


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15.12.2014

Bild Vielen Dank

Der mittelalterliche Markt ist vorbei, die Augen noch müde und die Stimme ein wenig heiser. Ich möchte mich bei allen Besuchern und Kunden ...


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12.12.2014

Bild Hört hört ihr Leut‘

In den nächsten drei Tagen gibt es keine Kommentare von mir. Ich reise ins Mittelalter und ohne Laptop und sonstige neuzeitliche Dinge...


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11.12.2014

Bild Folter – moralische Weichspülung der Gesellschaft

Nicht schon wieder. Eigentlich sollten die täglichen Medien-Flunkereien etwas Abwechslung bieten. Ein Skandälchen hier, eine Selbstdarstellung dort ...


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10.12.2014

Bild Weihnachtsmärkte in der Schweiz – Kasernenflair und Wiedergeburt

Die nächste Weihnacht rückt näher, Tag um Tag. Im Dezember gibt es in unzähligen Orten einen...


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09.12.2014

Bild Politische Schach-Weltmeisterschaft

Eingeladen wurden alle Grossnationen, welche dem Spiel mächtig sind. Allen voran Russland, dicht gefolgt von den Türken. China tut sich mit dem Aussehen...


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08.12.2014

Bild Bündner Bürgerwehr sollte Einbrecher abschrecken

Tja, wenn man sich auf andere verlässt ist man verlassen. Den Spruch kennen sicher einige und haben schon etwas erlebt, was diesen Satz rechtfertigt...


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07.12.2014

Bild Ein rätselhafter Patient: Die Frau, die Drachengesichter sieht

Haben Sie auch schon einmal etwas erlebt, dass Sie lieber für sich behalten haben? Nicht weil es peinlich wäre...


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06.12.2014

Bild Geheime Mächte steuern die Welt. Echt? Wahnsinn!

Heute Morgen ist mein Halsumfang deutlich grösser als gestern. Nicht weil ich mit eine Erkältung eingefangen habe, sondern aufgrund eines Artikels in der „Welt“...


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05.12.2014

Bild Weisser Polizist tötet unbewaffneten Schwarzen

Wenn man so durch den täglichen Medien-Wahnsinn blättert, sind die Amerikaner wieder mal omnipräsent. Nicht weil sie sich durch irgendwelche Schildbürgerstreiche ...


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04.12.2014

Bild Physiker warnt vor künstlicher Intelligenz

Wenn der Physiker Stephen Hawking etwas sagt, dann hört die Welt zu. Sind es wissenschaftliche Sensationen, die den Menschen nicht direkt betreffen...


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03.12.2014

Bild Bärli-Werbung empört Anti-Rassismus-Aktivisten

Den Schweizern wird gerne nachgesagt, sie seien „Bünzlis“. Übersetzt heisst das engstirnig, unflexibel, intolerant oder anders ausgedrückt...


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02.12.2014

Bild UNO stoppt Nahrungshilfe an 1,7 Mio. Flüchtlinge

Ein weiteres Kapitel im Buch „die Unfähigkeit des Menschen“. Die Meldung, dass der UNO das Geld ausgeht und sie die Flüchtlinge nicht mehr...


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01.12.2014

Bild Der Tod als Lehrmeister

Letzthin fand ich einen Artikel in unserem Lokalblättchen, dessen Thema schon zig Mal diskutiert, beschrieben, bewertet und verurteilt wurde....


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31. Dezember 2014 erschienen in:Neopresse

Es guets Neus..

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Volker Pispers mit seinem Programm"Bis Neulich 2014"
Screenshot by Zigorio


Das Jahr geht zu Ende und ich möchte mich bei allen Lesern für die Treue bedanken. Ich wünsche ein gutes, neues Jahr und freue mich im 2015 die Medienlandschaft mit meinen Texten satirisch zu kommentieren. Um das alte Jahr ein wenig Revue passieren zu lassen, wünsche ich noch viel Vergnügen mit Volker Pispers. Möge lachend das neue Jahr beginnen.

Zigorio


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30. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Schweizer IS-Zelle nutzte eine Geheimsprache

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Bombentransport an die Front
By Carla Antonini (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Die Schweizer haben die Welt gerettet. Im kleinen Alpenland wurden drei Personen verhaftet, die ein Attentat geplant haben sollen. Die neuzeitlichen Schuldzuweisungen werden heute nicht aufgrund von Beweisen, Fakten oder Flagrantis ausgesprochen, sondern in der Rechtsprechung finden sich Wörter wie “mutmasslich“, „könnte“ und „möglich“. Wenn man mit so einem Wort in Verbindung gebracht wird. Sieht’s für einen düster aus.

Die USA betreiben weiterhin ihre internationale Schnüffelei, denn die Schweizer bekamen von der NSA abgefangene Telefonmitschnitte. Also werden alle Gespräche abgehört. Das ist ja an und für sich nichts Neues mehr. Die paranoiden Amis verdächtigen alles, was nur entfernt orientalisch wirkt. Es dauert nicht mehr lange und die ersten Falaffel werden in Guantanamo eingesperrt. Um allen Verdächtigen gerecht zu werden, haben die Amerikaner ihren Wortschatz erweitert. Bisher galten die Wörter wie Bomben, Explosion, Sprengstoff, usw. als klare Hinweise für etwas Gefährliches. Jetzt kommen Begriffe wie Brot und Wassermelone dazu.

Langsam wird Einkaufen zum Spiessrutenlauf. Beim Erwerb einer Wassermelone zeigt man am Besten nur noch mit dem Finger drauf. Und wenn man eine in seine Einkaufstasche versorgt, steht man mit einem Bein bereits im Knast. Dasselbe beim Bäcker. Brot wird mit Sprengstoff gleichgesetzt und wenn man den Brotlaib in den Rucksack steckt, dann gilt dies bereits als Sprengstoffgürtel. Eine Schweizer Tradition läuft Gefahr, ebenfalls in die Terroristen-Ecke gedrängt zu werden – der Käse. Da gibt es Sorten, die man als B- oder C-Waffen einsetzen könnte. So wie die stinken, treiben sie jeden Feind in die Flucht. Dasselbe Schicksal kann die Schokolade ereilen. Sie ist grundsätzlich braun. Wenn dann noch auf der Verpackung „mein Mampf“ steht, ist der Fall eindeutig. Sämtliche Schokoladen haben eine rechtsradikale Gesinnung und die wenigen weissen Tafeln, die es auch gibt, sind Vertreter des Ku-Klux-Clans.

Es ist auch schwierig für die Polizei, einen Unterschied zu erkennen, wenn ein paar Leute über einen Topf mit geschmolzenen Käse die Köpfe zusammenstecken. Sieht wie eine Verschwörung aus. Dann schmeissen sie noch Sachen rein und rühren extrem sorgfältig in der flüssigen Sauce. Das machen nur Leute, die eine Bombe basteln und sehr vorsichtig sein müssen. Sie treffen sich in Gebäuden, die als Fondue-Restaurant einschlägig bekannt sind. Wenn sich in solchen Lokalen radikalisierte Hungrige treffen, um ihre Mordgelüste an unschuldigen Brotlaiben zu stillen, scheint dies eine enorme Gefahr darzustellen. Unzählige ersäufte Brotstückchen bilden in den einzelnen Magengruben regelrechte Massengräber. Das sind eindeutige Kriegsverbrechen.

Wir werden in der nächsten Zeit noch einige Lebensmittel aus unserem täglichen Bedarf streichen müssen, um nicht als verdächtig zu gelten. Der Spargel mutiert zur Interkontinental-Rakete, Blumenkohl wird zur Splitterbombe und die Kartoffeln unter der Erde sind Tretminen. Vegetarier haben es in Zukunft schwer. Wenn einer einen Gemüseteller bestellt, bekommt er laut den Amerikanern einen Bombenbausatz. Da nützt es auch nichts, sich eine Portion Spaghetti zu ordern. Mit ca. 400 Gramm Sprengschnüren auf dem Teller kann man erheblichen Schaden anrichten. Das wissen selbst die Amis. Aus gewissen Teigwaren kann man Rohrbomben bauen, die lassen sich sehr gut mit allerlei Explosivstoffen füllen. Selbst eine harmlos aussehende Pizza kann einem die Tränen in die Augen treiben, wenn sie entsprechend scharf gemacht wurde.

Als Konsument muss man heute wirklich aufpassen. Beim Wochenend-Einkauf ist der Einkaufswagen gefüllt mit Zutaten, die einem manchen Kochtopf um die Ohren fliegen lassen können. Als Nächstes werden die Abfüllmengen reduziert. Flüssigkeiten wie Milch bekommt man nur noch in 250 ml-Packungen und unscheinbares Gemüse wird durch den Körperscanner geschleust. Das erklärt auch, warum die Schlangen vor den Kassen immer länger werden. Eine gründliche Kontrolle bracht halt seine Zeit. Um die Wartezeit kurz zu halten, kann man auf einzelne Lebensmittel verzichten. Möhren sind potentielle Dynamitstangen, Erbsen zählen zum Kleinkaliber und Zwiebeln als Giftgas-Komponente.

Diese Erkenntnis wird viele verzweifeln lassen. Glaubten ernährungsbewusste Konsumenten sich bisher gesund zu verköstigen, erkennen sie nun, dass sie nichts anderes, als den Terrorismus mit ihren Einkaufsgewohnheiten unterstützt haben. Im Zweifelsfalle tragen Sie ihre Einkaufstüte zum den nächsten Polizeiposten und lassen die Lebensmittel untersuchen. Sollte das Gemüse wirklich nur Gemüse sein, lassen Sie ihre Unschuld quittieren. Denn beim Heimweg, sollte irgendwo etwas Grünfutter aus der Tasche ragen, sind Sie automatisch mutmasslich verdächtig. Da ist eine Unschuldsbekundung von Vorteil. Reden Sie mit keinem Gemüsehändler oder Bäcker. Das sind die Strippenzieher des internationalen Terrorismus. Kaufen Sie nur noch Frischbackbrötchen, die als ungefährlich deklariert sind und Gemüse in fest verschlossenen Dosen. Wenn Sie bei den besagten Produzenten shoppen, machen Sie sich mitschuldig oder mindestens verdächtig. Einerseits wegen des Erwerbes von verdächtigem Bombenmaterial und andrerseits begünstigen Sie so die Geldwäsche. Zudem gilt zu beachten, dass eine "Mise en pace" (Kochvorbereitung) von den Amerikanern als General-Mobilmachung angesehen werden kann. Das erklärt, warum immer mehr Konsumenten auf Fertiggerichte ausweichen. Lieber ungesund satt als gesund verhaftet.

Aber es ist eine Lösung in Sicht. Dank TTIP können wir in Zukunft von den Amerikanern hergestellte und geprüfte Lebensmittel geniessen. Die explodieren nicht, sie liegen einem nur quer im Magen. Ist aber immer noch besser, als in Guantanamo zu landen oder eine Anti-Terroreinheit in der Küche zu haben.

En Guete!


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27. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Achtung – Wetterautisten gesichtet

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Autismus und Gefahr auf vier Rädern
von nick farnhill from London, [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Es schneit aus allen Richtungen. Der Winter hat doch noch den Weg zu uns gefunden. Die frühlingshaften Temperaturen bis zur Weihnacht veralberten die Natur nach Strich und Faden. Die ersten Schlüsselblumen streckten ihre zarten Knospen in den Dezemberhimmel und ich hätte schon bald wieder die kurzen Hosen montiert. Dies Wetterkapriolen sind wir ja mittlerweile gewöhnt. Letztes Jahr sassen die Münchner bei Weissbier und Weisswurst im Biergarten. Wohlgemerkt, es war der 24. Dezember und das Thermometer kletterte auf über 20 Grad. Dieses Jahr war es ähnlich, ausser mit der Draufgabe eines Temperatursturzes von fast 30 Grad rückwärts.

Solche Wetterumstürze bringen den Menschen schnell an seine Grenzen. Angefangen bei den Autofahrern. Der erste Schnee auf den Strassen macht das Gleiche wie ein Fahrschüler bei seiner ersten Fahrstunde. Chaos verursachen. Wobei mir die Fahrschüler noch lieber sind. Die wissen wenigstens, dass ihre Fahrpraxis noch auf wackeligen Beinen steht. Bei den „alten Hasen“ im Strassenverkehr wirkt der erste Schnee wie eine Vollnarkose des Denkapparates. Wenn die weisse Pracht aus Kolumbien stammen würde, könnte man das ausgewechselte Verhalten der Strassengötter noch verstehen. Aber es ist nur gefrorenes Wasser, das viele Autofahrer panisch reagieren lässt.

Das Unvermögen etlicher Autolenker, sich mit dem aktuellen Wetterverhältnissen auseinander zu setzen ist rekordverdächtig. Das fängt beim Einschätzen der Strassenverhältnisse an. Zehn Zentimeter Neuschnee auf dem Asphalt sind kein Hinderungsgrund, um sich nicht mit abgefahrenen Sommerreifen auf die Strasse zu wagen. Das fehlende Hirn wird durch die Antischlupf-Regelung ersetzt und das hochtourige Anfahren dient nicht dem Beschleunigen sondern der Heizung. Sollte der sommerliche Autofahrer unbeschadet die Hauptstrasse erreichen, wird jede Lücke ausgenützt um sich rein zu drängeln. Ob die anderen Autofahrer auf der rutschigen Schneedecke entsprechend schnell reagieren können, ist dem Drängler egal. Er merkt es nicht mal, wenn er nur im Schneckentempo beschleunigt, weil seine Sommerreifen jeglichen Gripp verweigern. Merken tun es nur alle anderen Verkehrsteilnehmer, die mit weit aufgerissenen Augen ein Desaster zu verhindern versuchen.

Auf der Hauptstrasse wird dann mit 20 km/h dahingerutscht, damit die anderen Autofahrer sehen, dass man im Winter auch mit Sommerreifen fahren kann. Am meisten dient dieses Verhalten jedoch dem eigenen Ego. Wenn man mit falscher Winterausrüstung von A nach B kommt ist das ein untrügliches Zeichen, dass man sein Auto beherrscht, die Verhältnisse sowieso und Winterreifen etwas für Weicheier sind. Ein echter Autofahrer steuert sein Fahrzeug durch alle widrigen Umstände, mit oder ohne Reifen.

Wenn’s ganz blöd kommt, begibt sich der anpassungsresistente Autofahrer noch auf die Autobahn. Auf der Einspurstrecke prallen zwei physikalische Eigenschaften aufeinander. Die Räder welche Beschleunigen wollen und das Auto, das kompromisslos auf sein Recht der Trägheit pocht. Als Resultat darf man sich über ein Fahrzeug freuen, dass mit 30 km/h auf die Autobahn fährt, einem ca. 50 Kilo Matsch um die Windschutzscheibe schmeisst und alle anderen Autobahnbenützer zu weltmeisterlichen Ausweichmanövern nötigt.

Solche Winterignoranten haben auch kein Verständnis für Gewicht und Optik. Sie befreien das Auto auf der Fahrerseite etwas vom Schnee, damit sie die Türe aufbringen, kratzen ein 20 x 20 Zentimeter grosses Guckloch auf die Frontscheibe, weil man sonst ja nirgends raussieht und fahren mit einer halben Tonne ungesichertem, weissen Frachtgut los. Auf normalen Strassen entledigen sie sich dann schneebrettartig dem Gewicht, was wiederum zu virtuosen Ausweichkapriolen führen kann.

Die Könige der Winterignoranten produzieren faszinierende Staublawinen. Wenn sich auf der Autobahn mit 120 km/h die weisse Pracht vom Autodach auf die Fahrbahn verlagert, sind die nachfolgenden Frontscheiben augenblicklich blind, die Fahrbahn unauffindbar und generell das unsichtbare Dahingleiten mit über hundert Sachen ein Blutdruck förderndes Mittel. Sowas bringt den Kreislauf in Schwung.

Aber es gibt auch verantwortungsbewusste Autofahrer, die ihr Fahrzeug entsprechend herrichten. Wer am Morgen spät dran ist, kann seine Windschutzscheibe mit einem Kübel heissem Wasser in Sekundenschnelle vom Eis befreien. Das hat den Vorteil, den Scheibenwischer nicht mehr zu brauchen, weil es keine Scheibe mehr gibt. Andere haben über Nacht ein kleines Heizöfelchen in ihr Auto gestellt um es eisfrei zu halten. Tolle Idee, wenn man gleich noch ein paar Würste parat hat. Auf dem Autodach lassen sie sich besonders gut grillen. Das funktioniert auch, wenn man den eingefrorenen Diesel mit so einem Ofen wieder flüssig machen will. Dann wirkt der Treibstoff als Grillbeschleuniger mit Silvester-Effekt.

Der sicherste Weg, sich unfallfrei durch den Winter zu bewegen ist das Stehenlassen des Autos. Vor allem, wenn es das erste Mal geschneit hat. Zwei, drei Tage warten wenn’s geht, bis sich der unvorbereitete Wahnsinn etwas gelegt hat. Der Mensch ist sehr anpassungsfähig, wenn der Garagist gerade einen freien Termin für einen Reifenwechsel hat. Die Resistenten ignorieren beides, die Anpassungsfähigkeit und die Garagisten. Jeder erfolgreiche Weg, egal mit wieviel Glück er begleitet wurde, bestärkt solche Ignoranten in ihrem Denken (!) und sie realisieren deshalb nicht, wie oft andere Verkehrsteilnehmer wegen ihnen „in die Eisen“ treten mussten. Autismus im Strassenverkehr ist ein weitverbreitetes Phänomen.

Das betrifft selbst die Fahrradfahrer. Sie sind derart von ihrer ökologischen Fortbewegungsweise überzeugt, dass sie sämtliche widrigen Strassenverhältnisse ausser Acht lassen. Sie bezeugen den Spruch: „Sport ist Mord“. Man stelle sich einen Radler vor, der auf einer verschneiten Strasse unterwegs ist, sagen wir es hat eine 5 Zentimeter-Schneedecke, zugeschneite Gleise der Strassenbahn, Schachtdeckel und Strassenmarkierungen. Ideale Vorrausetzungen, um eine unliebsame Bekanntschaft mit der Physik und Autofahrern zu machen. Zum Schluss noch ein Appell an die lieben Fussgänger. Vorausgesetzt des physikalischen Verständnisses, dass sich nicht zwei Objekte zur selben Zeit am selben Ort befinden können, sollten sie die Trägheit der verschiedenen Fahrzeuge in ihr Handeln mit einberechnen. Viele gehende Verkehrsautisten sind der Meinung, die Fahrbahnen sind das ganze Jahr trocken und bieten optimalste Bremsbedingungen. Hier sei denen einmal klar gesagt: das ist falsch. Im Winter, so schnell mal über die Strasse gehen, zwischen den Autos, iss nich! Ein Bus hat einen bedeutend längeren Bremsweg als ein Rollator und ist massiv im Vorteil.

Wenn sich Winterignoranten, Verkehrsautisten und Selbstüberschätzer auf den Strassen tummeln, bleibt man lieber zu Hause und lässt die sich selber gegenseitig ausmisten. Früher sagte man dem, natürliche Auslese. Leider sind oft Tragödien damit verbunden, aber das wird in Kauf genommen. Sonst würden sich doch viele verantwortungsvoller verhalten, oder nicht?


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25. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Liebe Leser

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By Raopedia at fr.wikiversity (Transferred from fr.wikiversity to Commons), from Wikimedia Commons

Die weihnächtlichen Tage sind begleitet von frühlinghaften Temperaturen bis hin zum arktischen Winter. Daher muss ich vor dem kalten Temperatursturz noch ein paar Sachen im Garten erledigen. Zudem ist ein neues Projekt am Starten, was meine Zeit zusätzlich beansprucht. Aus diesem Grund musste ich Prioritäten setzen und die Schreiberei zurückstellen. Die nächsten Tage werde ich sehr unregelmässig die Tastatur bearbeiten, das heisst, meine Kommentare werden bis zum Jahresbeginn 2015 nur alle zwei bis drei Tage erscheinen.

Ich wünsche allen Lesern angenehme Tage, wie Sie sich’s vorstellen und nehmen Sie’s mit den Kalorien nicht so streng. Für die kommende kalte Zeit hat der „Winterspeck“ auch was Gutes – er isoliert.

Fröhliche Weihnacht

Zigorio


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24. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Tschingl-Bälls

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Oh Tannenbaum…
© Roland Fischer, Zürich (Switzerland) , via Wikimedia Commons

Der langersehnte Tag ist endlich da. Für die einen, weil es was Gutes zu futtern gibt, für die anderen eine Wohltat, wenn sie nicht mehr andauernd „Tschingl-Bälls“ oder den Georg Michael durch die Gehörgänge schleusen müssen. Dann hat es die, welche sich über Geschenke freuen dürfen und solche, die sich wieder mal richtig streiten können, weil im vorangegangenen Jahr zu wenig Zeit dafür da war. Auf alle Fälle gehen die Weihnachten an niemanden spurlos vorbei. Die Damenwelt versucht verzweifelt, die anfallenden Kalorien irgendwo unsichtbar zu verstauen. Die Männer hingegen mischen sich im Haushalt ein und bringen damit den Familienfrieden in Schräglage.

Die Einzigen, die sich wirklich freuen können sind die Detailhändler. Traumumsätze, Ladenhüterentsorgung und fiktive Sonderaktionen spülen Unmengen an Geld in die Kassen. So gesehen ist Weihnachten ein Wirtschaftsmotor. Er wiederholt sich während eines Jahres immer wieder, heisst aber nur anders. Valentinstag, Ostern, Nationalfeiertage und sonstige Glaubensabhängige und politisch motivierte Konsum-Traditionen sind fester Bestandteil der jährlichen Wirtschaftsimpfungen und stellen ein wichtiges Standbein für die Industrie dar.

Ist eigentlich voll okay. Auch der Wirtschaftsmotor braucht Benzin, was in den einzelnen, jährlichen Festtagen getankt werden kann. Die meisten der Artikel wandern aber nach ein paar Tagen entweder in irgendeine Schublade oder in den Abfallkübel. Geschenke haben mittlerweile eine Halbwertszeit eines Fahrradreifens. Wenn die Luft raus ist, ist das neue Geschenk uninteressant geworden. Man kann es sogar umtauschen. Dann wird die Attraktivitäts-Zeitspanne etwas erhöht, aber schlussendlich ereilen die Geschenke praktisch alle das gleiche Schicksal, wie der Weihnachtsbaum. Sie landen früher oder später auf dem Müll.

Wie wäre es, ansatt wegzuschmeissen oder umzutauschen die Geschenke jemanden geben, der nicht die Möglichkeiten des weihnächtlichen Kaufrausches haben? Oder einen Menschen zu sich einladen, der sich sonst eine beleuchtete Bushaltestelle als Weihnachtsbaum aussuchen muss. Da gehen Menschen in die Kirche, sind froh wenn sie vorbei ist und heucheln Gottesfrömmigkeit. Den meisten geht der Gott am Hintern vorbei und wollen nur Geschenke auspacken und die Weihnachtsgans in sich reinstopfen. Würden nun alle Menschen, die sich solidarisch zum Langweilen in den Gotteshäusern treffen, in ihren Gemeinden die Hilfsbedürftigen unterstützen oder beschenken, dann wäre Weihnachten wirklich das, was die Werbeindustrie die ganze Zeit propagiert, nämlich ein Fest der Liebe.

Für mich ist heute auch Weihnachten. Der Festtag selber geht an mir vorbei wie jeder andere Tag und ist für mich an und für sich nichts Besonderes. Um Leute zu beschenken, warte ich nicht das ganze Jahr, sondern mache das während der 365 Tagen immer wieder. Aber ich darf heute ein Atelier mit einem Vermieter anschauen und wenn wir uns einig werden, dann kann ich meinen jahrelangen Traum endlich erfüllen. Über dieses Projekt werde ich zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter berichten. Wenn es erfolgreich wird, dann habe ich das ganze Jahr Weihnachten und die Besucher des Ateliers auch. Ich hoffe, dass dies heute klappt, dann habe ich was zu feiern.

Ich wünsche allen Lesern ebenso schöne Festtage, gutes Essen, familiären Frieden und Momente der Besinnung. Selbst die „Pflichtbesuche“ im Familienkreis, die bei manchen ein Schaudern auslösen, sind ein Geschenk. In dieser Zeit können sehr viele Familien keine Weihnachten zusammen feiern, weil sie aus kriegerischen Gründen zersprengt wurden oder der Familienclan kontinuierlich aus Hungergründen abnimmt. Familienverbindungen sind nicht selbstverständlich und bilden die letzten Inseln im gesellschaftlichen-sozialen Verwahrlosungsbrei. Diese gilt es zu schützen, denn sie sind die Einzigen, welchen einem in schweren Zeiten noch beistehen können. Das ist in meinen Augen schützenswert und bedarf der Pflege und das nicht nur an Weihnachten.


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23. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Die lachenden Dritten

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Benutzte Lemminge
von Caruso Pinguin [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Sie haben’s geschafft, unsere lieben Politiker. Die Ausländerfeindlichkeit erklimmt die Meinungscharts und tausende hüpfen nach deren Takt. Zudem ist es egal, welche Seite man betrachtet. Der Wind aus rechts bedient sich alten Klischees, die mit medial gewürzten Gräuelnachrichten dem Pöbel serviert werden. In der Regel hat es für jeden Geschmack etwas dabei. Man wettert gegen Afrikaner, gegen Araber und wenn gerade keiner da ist, kommen die Religionen dran. Dann wird über den Islam geflucht und über Juden gemeckert. Hindus, Buddhisten erfreuen sich einer momentanen Medien-Ignoranz und werden daher in der Volksmeinung automatisch legitimiert. Die linke Wetterfront nörgelt am rechten Föhnsturm und die windstillen Mitbewohner nerven sich an Beiden.

Dem sagt man erfolgreiche Aufhetze in den eigenen Reihen. Das deutsche Volk verprügelt sich gegenseitig und alle Andersentsprungenen lachen sich einen ab. Wie blöd muss man sein, um solch einer politisch motivierten und medial verbreiteten Hetzkampagne seine röhrende Stimme zu geben. Die Polizei stellt Hundertschaften an Personal zu den deutschstämmigen Demos und die fehlen dann bei der eigentlichen Arbeit die straffälligen Ausländer einzubuchten oder abzuschieben. Es ist aber auch einfacher auf das eigene Volk einzuprügeln, da kennt man die Rechtslage und weiss, dass der Michel im Rechtsstreit gegen den Staat keine Chance hat. Bei Ausländern tun sie sich aber schwer.

Die sollten mal ein Jahr in Thailand bei der Polizei arbeiten. Dann könnten Sie lernen, wie man die Wirtschaft mit schützenden Arrangements ankurbeln kann und wie sie mit ausländischen Straftätern umgehen. Was hab‘ ich gelacht, als ich die Meldung einer streikenden Flüchtlingsgruppe gelesen habe. Vor allem die Forderungen. Wenn ich als europäisches Bleichgesicht in Asien oder sonst wo auf einen Baum klettern würde und mit einem Hungerstreik drohte, ich würde sowas von aus dem Land geprügelt werden, dass einem sehen und hören vergeht. Aber die deutschen Politiker winden sich wie Aale. Keine Linie, kein Konzept, nur das sichtbare Resultat, dass das deutsche Volk nicht vereint da steht sondern sich gegenseitig auf die Rübe gibt.

Was würde passieren, wenn sich rechts und links plötzlich vereinten und geschlossen gegen die unfähige Politik aufmarschierten? Genau, Panik bei den Plüschgenossen. Damit das nicht passiert, wird sonstiger Ärger gesät. Da kommen die Flüchtlingsströme als Destabilisator des Volksfriedens gerade recht. Zudem lenken die einzelnen, medial aufbereiteten Übergriffe schön vom eigenen Unvermögen ab. Alle Nichtdeutschen und Nichtchristen werden instrumentalisiert. Die Masse der Bild-Leser weiss nichts oder sehr wenig über TTIP oder CETA. Beim Fracking wird mit der Schaufel Sand in die Augen gestreut. Während tausende am eigentlichen Problem vorbeidemonstrieren, werden Gesetze beschlossen, Verträge ausgehandelt und Milliardenbeträge in der Gegend rumgeschoben.
Eines Morgens wacht dann der Michel auf, sein Konto ist geplündert, die Umwelt rettungslos vergiftet und er bekommt jeden Tag seine Ration Umweltgift zu futtern, damit er nicht gleich beim ersten Kontakt mit der Frackingplörre tot umfällt. Aber bis es soweit ist, haben sich die Deutschen selber gegenseitig ruiniert und durch die politische Hintertüre werden sie dann von denen abhängig, gegen die sie einmal demonstriert hatten. Erreicht haben sie nichts. Unfrieden, ausländische Abhängigkeit und Knebelverträge sind das Resultat des gemachten Ausländerhasses. Und wer in der Geschichte etwas gräbt kommt schnell zur Einsicht, dass Träg- und Faulheit der Untergang jeder Hochkultur waren. So, wie wir uns zur Zeit verhalten, desinteressiert, unkritisch und egoistisch, sind wir auf dem besten Weg, den nächsten Untergang zu produzieren. Nicht der des Menschen, aber des sozialen Friedens und somit die Fähigkeit des friedlichen Zusammenlebens.


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22. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Der Kirche rennen die Schäflein davon

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Staubfänger Kirche
By Monchelsea (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Schweizer befürchten ein Land von Ungläubigen zu werden. So stand es jedenfalls in einem Artikel. Da stellt sich sofort die Frage, wer denn diese Befürchtung hat. Die Muslimische Glaubensgemeinschaft kann es nicht sein. Die haben regen Zulauf. Sie können sogar bei Überbelegung die Mitgliederzahlen „kürzen“. Sekten und Freikirchen, im Artikel grosszügig als Esoterik bezeichnet, verbuchen ebenfalls wachsende Zahlen. Die einzigen, welche über entlaufene Schafe jammern ist die staatliche Kirche.

Sie will nun mit neuzeitlichen Methoden ihre Attraktivität steigern. Schauen wir uns mal diese Institution genauer an, und wo man modernisieren könnte. Angefangen beim sonntäglichen Gottesdienst. Die Uhrzeit ist nicht mehr zeitgemäss. Die jüngeren Kirchengänger kommen bei den ersten morgendlichen Sonnenstrahlen aus der Disco und erholen sich anschliessend bei einer After-Party. Der Gottesdienst wäre besser am Abend, kurz nach dem Frühstück der Nachtschwärmer.

Eine weitere Unart, die eigentlich sofort abgeschafft werden sollte ist das Planschbecken am Eingang der Kirche. Jeder, der reinkommt taucht seine ungewaschenen Finger in das Wasser und schmiert sich Millionen Bakterien der Vorgänger ins Gesicht. Im Mittelalter verhalfen sie so der Pest zu ihrem Siegeszug und heute kann man zwischen verschiedenen Grippevarianten wählen. Anschliessend sucht man sich einen Platz. Um während der immer wiederkehrenden Einschlafphasen etwas Abwechslung zu haben, nimmt man sich ein Gesangsbuch mit. Dann hat man wenigstens etwas zum Lesen. Es kann aber vorkommen, dass die Büchlein ebenfalls zum kulturellen Austausch der Mikroorganismen beitragen. Unzählige Vorgänger haben ihre Hinterlassenschaften mit Hilfe von Popeln und fettigen Fingern dem Büchlein übertragen und der Nachwelt als biodiversives Nachschlagewerk der letzten Jahrzehnte zur Verfügung gestellt. Deshalb werden sie auch immer schwerer.

Im Verlauf eines Gottesdienstes, Huldigung würde besser passen, muss man mehrmals die Position wechseln. Zur Auswahl stehen knien, stehen und sitzen. Das mit dem Knien ist so eine Sache. Die meisten Kirchenbesucher sind so alt wie die Bestuhlung und beim hin knien knacksen nicht nur die Sitzbänke. Einige schauen verunsichert auf den Boden, als suchen sie ihre Kniescheiben zwischen den Sitzreihen. Beim Aufstehen wiederholt sich die akustische Kulisse. Eigentlich ein kleines Wunder, wie die Bänke jahrzehntelang den Turnübungen Stand hielten. Ein tastender Griff unter die Bänke klärt das Mysterium. Durchschnittlich wird ein Laufmeter Sitzbank durch ein Kilo Kaugummi zusammengehalten.

Zwischendurch bekommt man sogar etwas zu futtern. Die Ausgabestelle faselt andauernd etwas vom „Leib Christi“. Das versteht heute keine Mensch mehr und wenn, dann erinnert es an Kannibalismus. Der Küchenchef würde besser „Soylent-Green“ rufen, wäre zeitgemässer. Zudem sind die Arbeiter der Ausgabestelle ziemlich egoistisch. Während sich die Gäste den Mund mit diesem Bisquit verkleben lassen, saufen der Küchenchef und seine Angestellten den Wein alleine. Die Gäste müssen sich mit der evolutionären Ursuppe am Kircheneingang begnügen. Das könnte man attraktiver gestalten. Ein Lunch-Paket wie im Flugzeug oder ein Buffet. Wenn schon der Leib Christi verspeist werden soll, dann je nach Geschmack. Was darf’s denn sein? Etwas Filet oder ein Stück Leber? Wäre besser als das eingetrocknete, geschmacklose Stück Presskarton, wo man eh nicht satt wird.

Dann wird in einer Kirche gesungen. Falsch, laut und unartikuliert. Es ist manchmal schwierig, zwischen den Popeln noch etwas Text zu erkennen. Entsprechend tönen die gesungenen Lieder. Hier sollte sich die Kirche ein Beispiel an der Schlagermusik nehmen. Die Kirchengänger können in der Regel die Schlagertexte auswendig, brauchen kein Gesangsbuch, welches das Immunsystem herausfordert und verfallen beim hypnotischen Grundtakt in eine euphorische Trance.

Am effektivsten kann man die Kirchengänger mit Drogen besäuseln. Bisher wurden die Besucher mit Weihrauch eingenebelt, was bei einigen schon ekstatische Gefühle auslöste. Aber wenn der Prediger dafür Hanfblüten nehmen würde, würde die Kirche wirklich zum Mittepunkt des Friedens werden. Alle hätten sich lieb, man würde stundenlang den Erzählungen des Märchenonkels lauschen und zu den Bewegungsabläufen könnte man noch „liegen“ und „rumhängen“ dazu nehmen, was einige Knie- und Bandscheiben sicher begrüssten.

Dann stehen in einer Kirche Unmengen an Möbeln rum. Die meisten dienen als Staubfänger. Den Beichtstuhl könnte man stundenweise vermieten, die Orgel durch einen DJ ersetzen und die ganzen Dekorationen verschiedenen Fasnachts-Gilden zur Verfügung stellen. Einzelne Kirchen haben eine Modernisierung durchgeführt, jedoch mit fraglichem Erfolg. Nackte Frauenkörper sind zu klein für ganze Liedertexte, auch wenn sie auf dem Altar stehen und ihre Buchstaben der Menge entgegenstrecken. Andere haben es mit Punk-Musik versucht, was aber auch nicht funktionierte.

Laut Medienberichten ist die neueste, kirchliche Integrationsmethode das Singen von Liedern, die aus einer anderen Religion stammen. Grundsätzlich eine gute Idee um Verständnis für andere Glaubensrichtungen zu entwickeln, aber auch frustrierend für die christlichen Goldkehlchen, die hoffnungslos vor einem virtuosen Imam stehen. Tante Klara mit ihren 80 Jahren ist halt nicht mehr so schnell mit ihren Stimmbändern und das daraus resultierende Stimmengewirr erinnert mehr an eine voll besetzte Bahnhofshalle. Hier ist man, glaube ich, über das Ziel hinausgeschossen.

Die Kirche sollte sich einen erfahrenen Event-Manager besorgen. Zudem ist die Jahrhunderte alte Marketingstrategie ausgelutscht. Der Reiseprospekt für Lebensmüde bietet noch immer nur zwei Destinationen an. Himmel oder Hölle. Ziemlich einfältig, dieses Angebot. Sie könnten als Draufgabe noch 72 Jungfrauen dazu packen oder wenigstens die zu sammelnden Flugmeilen erwähnen. Aber hier verpennt die Kirche den Zeitgeist. Einzig der himmlische Parzellenverkauf läuft nach wie vor auf Hochtouren. Man erwirbt ein wolkiges Sonnenplätzchen und es spielt keine Rolle mehr, wie viele Sünden man auf Erden angehäuft hat oder nicht. Scheinheiligkeit wird einfach umformuliert und heisst Heiligenschein, für was auch immer.

Generell muss die Kirche ihre verstaubten Ansichten revidieren. Die Erde ist nicht flach und sie wurde auch nicht in sechs Tagen erschaffen. Ich will die Rohrleitung sehen, mit der die Ozeane gefüllt wurden, in sechs Tagen. Und wenn nur Adam und Eva am Anfang die Welt besiedelten, dann sind wir ein einziger Inzesthaufen. Dasselbe mit den Tierpärchen auf Noah’s Arche. Hier müsste die Kirche mit alten Werten aufräumen und neue integrieren. Die Kirchengänger wanken im GangMan-Style in den Bet- Tempel, anstatt Bakterien schmieren sie sich eine Gesichtsmaske um die Augen und McDonalds beliefert das kirchliche Buffet. Möglichkeiten gibt es viele, um etwas Attraktivität in den Gebetsalltag zu bringen. Lassen wir uns überraschen.


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21. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Schulbesuch in Brüssel

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Brüsseler Grundschule
By JLogan (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Letzthin war wieder Besuchstag. Wie jedes Jahr, können die Ernährer ihrer Schützlinge in der Schule besuchen und sehen, wie die Kleinen lernen und sich sozialverträglich entwickeln oder eben auch nicht. Dem Aufruf der Familienzeitschrift „Wir Bürger“ sind viele gefolgt und haben sich den informativen Tag nicht nehmen lassen. Am Morgen herrschte vor den Toren des Schulgebäudes in Brüssel schon reger Andrang. Bürger verschiedenster Nationen kamen mit ihren Sprösslingen und warteten geduldig vor dem Haupteingang, bis der Schuldirektor Namens Junker die Pforten öffnete. Sofort stürmten die Kleinen los, um sich in den Hinterzimmern des Gebäudes zu verteilen. Die Eltern, sichtlich bemüht den davoneilenden Kindern zu folgen, haben als ortsunkundige keine Chance, ihre Balgen in den verwinkelten Gängen dieses Palastes von alleine ausfindig zu machen. Zu verworren sind die Korridore. Zum Glück hat es überall Präsenzlisten, auf denen die Kleinen ihre Namen hinschreiben können und man weiss, wo sie zu finden sind. Einzelne Eltern bemängelten gleich zu Beginn des Tages diese Präsenzkontrolle. Obwohl die Namen ihrer Schützlinge draufstanden, waren diese unauffindbar. Schwänzens scheint auch an dieser Schule an der Tagesordnung zu sein.

In der ersten Unterrichtsstunde wurde nicht viel gelernt, sondern um die Sitzplätze gezankt. Angela möchte unbedingt neben Obama sitzen, dann kann sie besser abschreiben. Der will aber lieber bei seiner Clique im hinteren Eck des Zimmers sein. McCain, von seinen Freunden „Potato“ genannt, Brennan der hinterhältige Intrigant und Kerry, der von seinem Onkel Heinz finanziert wird, daher geniesst er den Übernamen Ketchup-Jonny, stecken schon die Köpfe zusammen und planen wieder irgendeine fiese Attacke auf dem Pausenplatz. Vermutlich muss wieder ein schwächerer Mitschüler dran glauben. Diese feige Bande drescht immer nur auf Wehrlose ein. Zuvorderst beim Lehrer sitzt einsam der steife Cameron. So ein Streber. Er streckt den Finger in die Luft und will eine Frage beantworten, bevor der Lehrer sie gestellt hat. Obama spickt ihm ein Stück Radiergummi an den Kopf und grinst verstohlen. Vladimir hat sich leicht rechts, im mittleren Teil des Klassenzimmer einen Platz ausgesucht, wo er vor den kindischen Attacken der amerikanischen Ketchup-Clique einigermassen sicher ist. Vorsorglich hat er Erdogan einen Platz neben sich angeboten. Nicht weil er ihn mag, sondern er braucht ihn als menschliches Schutzschild gegen die kindischen Amerikaner. Damit der Erdogan keinen Verdacht schöpft, lockte er ihn mit dem Argument, der Stuhl sei aus Gold, was dieser sofort glaubte. Vor sich hat der kleine Putin den undurchsichtigen Poroschenko platziert und daneben gleich den schlaksigen Jazenjuk. Auf diese zwei muss er aufpassen. Die mauscheln immer was im Verborgenen und schieben die Schuld dann auf ihre Mitschüler. Der Italiener Renzi angelte sich einen Fensterplatz. Was der Lehrer da vorne erzählt ist ihm schlicht egal. Er schaut lieber den Mädels auf dem Pausenplatz zu.

Dann klopft es an der Zimmertüre und ein kleiner Franzose betritt das Klassenzimmer. Genervtes Raunen geht durch den Raum. Hat der Holland schon wieder verpennt. Ausgerüstet mit Hundeblick und vorgeschobener Unterlippe versucht er den Lehrer um den Finger zu wickeln. Beim Schuldirektor hat das geklappt, dann wird es hier sicher auch funktionieren. Der aber zeigt nur wortlos mit dem Finger auf einen Platz neben dem Renzi. Der schüchterne Francois schluckt diese Demütigung und tut so, als habe er den Platz selber ausgesucht. Vladimir zwinkert dem kleinen Holland zu und dieser zuckt sogleich zusammen, als sei er bei irgendeiner Sauerei erwischt worden.
Die Angela sitzt trotzig auf ihrem Sessel und nervt sich, dass Obama ihre kleinen Liebeszettelchen mit ihrer Handy-Nummer ignoriert. Der lässt sich lieber die neuesten Schlägereien von seinen Kumpanen erzählen, als das romantische Gesülze der Angela zu ertragen. Die blöde Kuh soll lieber mit ihrer Kolleginnen Friede im Zimmer rumspringen oder mit Rambo-Ursi spielen. Frank-Walter, der sich neben Angela gesetzt hatte, bemerkt ihren Frust und versuchte sie zu erheitern. Die ganze Klasse hatte schon lange geschnallt, dass er auf die Angi steht. Aber sie behandelt ihn wie einen Bediensteten und himmelt weiterhin erfolglos ihren amerikanischen Traum an.

Nachdem der grösste Teil des Tages mit Positionswechsel und Sticheleien vergeudet wurde, trumpfte der Lehrer noch mit einer Prüfung auf. Ein kleiner Stresstest zum Abschluss des Tages. Das Gejammere war unüberhörbar. Angie blickte hilfesuchend über die Schulter in Richtung Obama, doch der war gerade mit dem Erpressen des Lehrers beschäftigt. Der freche Renzi und der Holland bastelten aus dem Prüfungsbogen einen Papierflieger und der Jazenjuk schob sein Papier einfach dem wehrlosen Frank-Walter unter die Finger. Soll der doch den Blödsinn ausfüllen. Poroschenko machte wenigstens den Versuch, die Fragen selbständig zu lösen, was man vom Rest der Klasse nicht sagen konnte. Putin überflog kurz mit seinen Augen den Fragebogen und gab ihn unausgefüllt dem Lehrer zurück mit dem Hinweis, die Fragen entsprächen nicht dem momentanen Wissensstand. Als einziger zeigte sich Erdogan kreativ. Anstatt die Fragen zu beantworten, malte er Paläste und rosarote Elefanten auf seien Zettel. Zwischendurch fragte er den Lehrer nach Farbstiften.

Nach einer Weile stand die Angela auf und ging mit Ihrem Prüfungsblatt nach vorn. Sie faltete die Hände zum Gebet:“ Wir müssen die vorliegenden Fragen prüfen und mit vereinten Kräften Lösungen finden.“ Sie untermauerte ihren Spruch mit der Körperhaltung eines Rorschach-Tests. Der Lehrer nahm ihr Blatt entgegen und sah sofort, dass weniger als die Hälfte nicht beantwortet war. Nach einem kurzen Blick auf das Lösungsblatt schüttelte er den Kopf. „Aber Angela, mit Abschreiben kommst du nicht weiter. Wie oft willst du denn noch sitzenbleiben? Seit acht Jahren schaffst du es nicht, mich mit deinen Leistungen zu überzeugen. Da nützt das Verstecken deiner alten Zeugnisse auch nichts.“ Der armen Angela stiegen die Tränen in die Augen, stammelte noch etwas von „das ist nicht fair“ und schlurfte an ihren Platz zurück. Holland und Renzi kicherten fies im Hintergrund.

Die amerikanische Clique war zwischenzeitlich im Kopierraum und hat den Testbogen mit eigenen Fragen umgestaltet. Jetzt musste man nur noch dem Lehrer den getürkten Antwortbogen unterjubeln. Aber Ketchup-Jonny hat vorgesorgt. Auf dem Schulparkplatz steht ein neuer Porsche und der Lehrer möchte den solange als möglich lebend geniessen. Plötzlich ertönt die Schulglocke. Die ganze Klasse stürmt aus dem Zimmer und zurück bleibt ein Lehrer der sich fragt, was er hier eigentlich macht. Aber nach einem Blick auf den Schulhof, wo der neue Flitzer auf ihn wartet, korrumpiert seine Stimmung sehr schnell.
Dank des unerschöpflichen Reichtums der pubertär verhaltenden Gören, Prinzen und Kriegsherren, kann sich die Brüsseler Schule das eine oder andere Extra leisten. Was sollen da die ganzen Tests und Prüfungskommissionen? Die verkomplizieren die ganze Geldschieberei nur unnötig. Ohne diese Milliarden an „Fördermitteln“ wäre die vielen Partys im Lehrerzimmer gar nicht möglich oder der jährliche Schulausflug, der allein über 114 Millionen Euro kostet. Also macht die Lehrerschaft in Brüssel das, was sie immer schon gemacht hat – den Mund halten, sich den Schulstoff diktieren lassen und dabei das eigene Leben vergolden.
Und da jammern die Lehrer von Überbelastung und Burn-Out. Das Einzige, was in Brüssel dauernd überfordert wird, ist deren Leber.


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20. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Fifa weist Rekurs von Garcia zurück

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Treffpunkt von Gaunern, Kaisern und Geldtransportern
By QT a (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Die FIFA, ein selbsternannter Fussballverband, streitet sich immer wieder um die Titelseiten der Gazetten. Sie konkurriert mit Folterberichten der USA, den Halsabschneidern der IS oder sonstigen perversen Sonderheiten der menschlichen Rasse. Allein schon die Tatsache, dass diese Organisation eigentlich immer nur in den Zeitungen erscheint, wenn von Betrug und Korruption die Rede ist, zeugt von den internen, mafiösen Strukturen. Ist den Verantwortlichen eigentlich aufgefallen, dass sie nur mit unlauteren Methoden in Verbindung gebracht werden? Sie gesellen sich mit ihrem Gebaren in die gleiche Liga wie die Banken, Hönessler oder Politiker. Mir kommt der ganze FIFA-Haufen vor wie eine Ansammlung von vorschulatrigen Rotzlöffeln, denen jegliche sozialverträgliche Erziehung abhanden gekommen ist.

Chef dieser Clique ist der Dreikäsehoch Sepp Blatter, liebevoll Imperator genannt. Er sitzt in seinem Kinderzimmer und baut ein Luftschloss nach dem anderen. Zur Verfügung stehen ihm dafür die verschiedensten Spielsachen. Geld, Drohungen, Raffgier, einen Stapel Unzurechnungsfähigkeit und sein Teddybär namens Platini. Jetzt sitzt der kleine Seppli auf seinem Hosenboden und brabelt selbstverliebte Unverständlichkeiten. Ob er noch Windeln benutzt lässt sich nicht sagen, aber bei der Menge an verbalem Dünnpfiff, die er von sich gibt, müsst er sich eigentlich keine Windeln, sondern eine Klohschüssel um den Hals tragen.

Was macht denn der kleine Seppli den ganzen Tag? Hauptsächlich wühlt er in der grossen LÜGO-Schublade und bastelt sich aus den einzelnen Wortklötzchen ein Lügengebilde. Sein Konstrukt hat mehr Hinterausgänge wie normale Türen, die Fenster sind verdunkelt und damit er auch unpassende Klötzchen verwenden kann, werden mit Geldnoten Schlupflöcher gestopft und wackelige Teile befestigt. Eigentlich ist seine ganze Hütte mit Geldscheinen verklebt, dass sich darin keiner mehr richtig bewegen kann. Sollten andere mitspielen wollen, wie zum Beispiel seine Freunde aus Katar, müssen sie die eigenen LÜGO-Klötzchen mitbringen. Die sind nicht aus Plastik sondern aus Gold. Der kleine Seppli muss dann darauf achten, dass er sich nicht damit überhebt und seine gespielte nicht vorhandene moralische Standfestigkeit zusammenbricht wie seine Lügenkonstrukte.

Das blättrige, fest inventarisierte Sitzkissen der FIFA zeigt sich gegenüber Kritiken oder gar Anschuldigungen besonders Meinungsresistent. Entweder funktioniert im entscheidenden Moment sein Hörgerät nicht oder die altersbedingte Langsamkeit lässt eine verbale Botschaft im kosmischen Hintergrundrauschen verschwinden. Einmal jedoch, er hatte vermutlich gerade die Batterien ausgewechselt, vernahm er einen Satz, der anscheinend als Ganzes in seinen Hirnwindungen ankam. Dort verursachte er kurz einen kleinen Denkvorgang, dessen verbales Resultat er besser seiner umgehängten Klohschüssel übergeben hätte, als in den Äther zu posaunen. Aber sehen Sie selbst:





Solche Sätze kennt man aus billigen Krimis oder eben aus dem Kinderzimmer. Sowas hört man auch unter anderem auf dem Spiel- oder Pausenplatz: „wenn du nicht lieb bist, hole ich meinen grossen Bruder, der verklopft dich dann.“ Aha! Kommt dann der grosse Bruder aus Katar und erschlägt den armen Schawinski mit Ölfässern? Oder fahren gleich die mit dem Öltanker durchs Studio?

Anscheinend gibt es keine Instanz, welche der FIFA rechtlich und agogisch die Leviten liest. Die können alle unlauteren Methoden aus dem Kinderzimmer verwenden und keiner traut sich, diesem unerzogenen Haufen Manieren beizubringen. Es erweckt den Eindruck, dass die FIFA den gleichen rechtsfreien Raum beansprucht wie die EU. Sie handeln auch gleich wie die EU-Vasallen in Brüssel. Länder werden mit Nötigungen gedeckelt, egal welchen sozialen und wirtschaftlichen Schaden diese anrichteten. Das konnte man gut bei der letzten WM in Brasilien beobachten. Die FIFA diktiert, was ein Land alles bauen und investieren muss, unabhängig wie viele Menschen dadurch umkommen, der Nachwuchs wird anhand seines Talentes gefördert, nicht das Fussballerische, sondern das Pädophile und kritische Stimmen werden entweder gleich als Stadionfundament benutzt oder kollektiv von der geschmierten Staatsgewalt niedergeknüppelt.

Selbst der Chefermittler, der die Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA untersuchen sollte, hat jetzt das Handtuch geschmissen. War eigentlich vorherzusehen. Wie soll ein einziger Erwachsener ein ganzes Spielzimmer voll von sozial verwahrlosten Krawattenträgern auf den richtigen Weg bringen? Kaum betritt er das Zimmer, wird er entweder mit Ölfässern beschmissen oder unter einem Berg von Banknoten, Lügen und Drohungen begraben. Der arme Mann konnte einem Leid tun. Leider hat er keinen grossen Bruder und steht mit seinen Aussagen ziemlich alleine da. Das ist unfair. Kein Wunder sträubt sich die FIFA vehement gegen eine Torkamera. Dann könnte die ganze Welt sehen, wie sie die Linie der Rechtschaffenheit permanent überschreiten.

Eigentlich macht sich jeder Mitschuldig, der dem Verein Geld gibt. Für was kassiert diese Instanz überhaupt die Kohle? Für was braucht es die FIFA wenn zwei Mannschaften Fussball spielen wollen? In meinen Augen ist die FIFA ein Verwaltungsapparat der nur auf persönliche Bereicherung aus ist, seine Funktionäre mästet wie Zuchtschweine und ab und an eine Sau dem medialen Metzger ausliefert, damit die anderen weiter im Verborgenen ihre nimmersatten Bäuche füllen können. Wäre dem nicht so, müssten sie nichts verbergen und verheimlichen. Aber sie bewerfen den Medienkonsumenten sowie die Rechtschaffenheit derart offiziell mit eigenem Dreck, dass der produzierte Mist die Sinne vernebelt, bis sämtliche Nerven des guten Geschmackes betäubt sind. Da können sie die Klohspülung drücken so oft sie wollen. Wenn der uralte Syphon mit der Typenbezeichnung Blatter derart mit Arroganz und Selbstverliebtheit verstopft ist, müssen sich die Funktionäre nicht wundern, wenn ihnen bei einer der nächsten Spülungen die ganze Sch… wieder entgegen fliegt.


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19. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Bekommen Kleinsparer jetzt weniger Zins?

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Die Schweizer Nationalbank
By Myriam Thyes (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Haben Sie ihr Geld noch auf einem Bankkonto? Fühlen Sie sich wohl dabei? Sollten Sie beide Fragen mit ja beantworten, könnte sich ihr Wohlbefinden beim Lesen dieses Kommentars in Luft auflösen. Vorausgesetzt Sie machen ihr Guthaben für ihr Wohlbefinden verantwortlich. Alle anderen, die ihr Glück unabhängig eines Kontos erlangt haben, dürfte der Text ebenfalls interessieren. Es geht um den Negativ-Zins.

Die Wortkombination ist eigentlich so sinnlos wie Aufstiegs-Abfall oder Dunkel-Beleuchtung. Sie ist aber ein Paradebeispiel, wie Begriff-Jongleure der Marketing-Abteilungen eigentlich bedenkliche Entwicklungen in angenehme Worthülsen verpacken. Negativ ist, wie das Wort schon sagt negativ. Zins hingegen wird als Profit, also positiv bewertet. Im Hirn bleibt in der Erinnerung das Positive haften. Es ist eigentlich ein plumper Trick in der Kommunikations-Technik, aber wirkungsvoll in einer dumm gehaltenen Gesellschaft. Vor einem Jahr wurde der Negativ-Zins in den Medien erwähnt. Der Aufschrei in der Bevölkerung blieb aus. Dann wurde ganz nach Junker-Manier daran weitergearbeitet bis es kein Zurück mehr gibt. Diesen „Point of no Return“ hat die Schweizer Nationalbank jetzt überschritten.

Wie im Artikel richtig bemerkt, könnten die Banken die entstehenden Kosten auf die Kunden abwälzen. Was sie langfristig auch machen werden. Die „kleineren“ Guthaben unter 10 Millionen werden vorläufig nicht angetastet. Aber das spielt keine Rolle. Das ist reine Augenwischerei. Die geparkten Gesamtvolumen sind das Problem. Die Banken decken sich mit praktisch Gratisgeld ein und deponieren die Milliarden als Sicherheiten für ihre Börsengeschäfte. Laut EZB sollten die Banken das billige Geld in die Wirtschaft leiten, was für sie aber weniger lukrativ ist als auf dem Parkett zu zocken. Wenn nun auf die deponierten Geldberge ein Negativ-Zins erhoben wird, schmälert das den Gewinn der Banken. Aus der Geschichte weiss man, dass die Geld-Institute niemals etwas auf die eigene Kappe nehmen, sondern immer versuchen allfällige Kosten auf die Kunden abzuwälzen.

Demzufolge werden alle anfallenden Verluste durch den Negativ-Zins der Sparer tragen müssen. Die einfachste und unkontrollierbarste Methode sind Gebühren. Ob Neue oder Erhöhungen spielt gar keine Rolle. Gebühren zahlen alle, die ein Konto haben, also sind auch alle von einer Erhöhung betroffen. Deshalb zahlen auch Leute mit einem Vermögen unter 10 Millionen am Negativ-Zins mit. In meinen Augen eine ganz perfide, hinterhältige Masche der Banken. Aber leider ist die Mehrheit den Mammon-Tempeln immer noch hörig und finanzieren freiwillig die unendlichen Weiten der kapitalistischen Gier.

Bankgebühren sind generell der grösste Betrug am Kunden. Das Wort Gebühr hat im Volksverständnis einen offiziellen Charakter. Die Bank schmückt sich als private Institution mit diesem Wort und legitimiert sich im Volksverständnis als Behörde. Zudem sind die Verwaltungskosten einer Kontoführung dank der Technik derart gesunken, dass dieses Argument mehr als hinkt. Die Banken vergessen zu erwähnen, dass sie mit dem Geld der Sparer zehnmal einen Kredit gewähren können, zehnmal Zinsen kassieren und zehnmal Gebühren verrechnen. Abzocke auf der ganzen Linie mit dem Geld der anderen. Dieser ganze Wandel der Abzocker-Mentatlität hat sich erst in den letzten 20 Jahren entwickelt. Der moralische Zerfall in den Führungsetagen der Finanz-Konzerne wird auch von ehemaligen Top-Bankern angeprangert. Der Dienstleistungsgedanke wich immer mehr der Raffgier. Der menschliche Faktor wird durch Algorithmen ersetzt, die rein logisch und ohne Rücksicht auf menschliche Verluste mittlerweile den Markt bestimmen. Aus diesem Grund wird der Mensch immer mehr zum Kostenfaktor im internationalen Handel und so gestaltet sich das neue Geschäftsgebaren. Der ganze Prozess dieser moralzerfallenden Verwandlung vollzog sich ganz langsam. Die Gebühren wurden laufend minim erhöht, Dienstleistungen verrechnet, die eigentlich in der Sorgfaltspflicht der Banken liegt wie zum Beispiel ein Kontoauszug. Ich muss dafür zahlen um zu wissen, wie viel auf meinem Konto liegt. Das muss man sich mal genau überlegen. Eigentlich müssten die Banken mir Rechenschaft abliefern, was mit meinem Geld ist und das von sich aus.

Aber sie machen weiter weil niemand reklamiert und immer noch die meisten ihr Geld dort liegen haben. Genau genommen ist das Geld weg. Sie haben nur einen Zettel, der Sie zum Bezug des ausgewiesenen Betrages ermächtigt. Eigentlich ist jeder Bankauszug genau soviel wert, wie Sie auf dem Konto haben. Sollte das Konto im Minus sein, halten Sie automatisch einen Schuldschein in den Händen. Fehlt mal der Strom oder ein Backup, ist das vermutlich das einzige was Sie vorzuweisen haben, um ihren Anspruch zu belegen. Abgesehen davon, mit dem Bankauszug können Sie nichts kaufen, wenn Sie ihr Geld in den Händen halten schon.

Das Spiel wird weiter gehen und als Bankkunde wird man immer mehr geschröpft. Kosten werden umverteilt und mit Gebühren kaschiert, Dienstleistungen kostenpflichtig gemacht. Solange man sein Geld auf die Bank bringt unterstützt man das Abzocker-System. Denn hier gilt das gleiche Gesetz wie im Casino. Die Bank gewinnt immer.


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18. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Mediale Peinlichkeit par excellence

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Roger Schawinski (links)vs. Andreas Thiel (rechts), by Zigorio (Screenshot)

Liebe Leserinnen und liebe Leser. Ich möchte mich entschuldigen. Heute mute ich Ihnen wieder mal die volle Tragweite des volksfinanzierten Teletubbyismus zu. Ich hätte gerne etwas anderes geschrieben, aber beim Durchblättern der Zeitungen, vor allem den Schweizerischen, stolperte ich laufend über die Schweizer Medienanstalt, genannt SRF (Selbstverliebter Raffgier Föderalismus). Dieser Sendetempel mit seinen kritikresistenten Jüngern überflutet die Schweiz und das angrenzende Ausland mit seinen dogmatisierten Themeninhalten, die selten noch etwas mit Information, geschweige denn mit Journalismus zu tun haben. Das mediengebeutelte Volk aus dem Heidiland ist seinem Staatssender so hilflos ausgesetzt, wie die Deutschen und Österreicher ihren verdummenden Meinungsmachern.

Der eigentliche Stein des Anstosses war ein Interview von Roger Schawinski und Andreas Thiel. Ersterer wird einigen noch bekannt sein. Er leitete den Sender SAT 1 von 2003 bis 2006. Vielleicht sind Ihnen in dieser Zeit ein paar IQ-Punkte abhanden gekommen. Da dürfen Sie sich bei Herrn Schawinski bedanken. Sollten Sie auf die Seriosität dieses Senders gebaut und dessen Programm konsumiert haben, dann sind Sie ihm und anderen Medienverantwortlichen ganz schön auf den Leim gegangen. Drei Jahre aktive Volksverdummungsarbeit haben ihre Spuren beim Fernsehkonsumenten hinterlassen. Verlorene IQ-Punkte, hypnotisches „Drückmich-Gefasel“ und ein kontinuierliches Runterschrauben der gesellschaftlichen Sozialkompetenz sind die Hauptverdienste dieses Senders. Danach verliess Herr Schawinski SAT 1 und suchte sich ein neues Tummelfeld, wo er ungeniert und ungefragt Millionenbeträge zum Fenster rausschmeissen kann. Ein Traumkandidat für das Schweizer Fernsehen. Die armen Mitarbeiter dieses Betriebes ertrinken jährlich fast im Geld und da kam dieser Schawinski gerade recht. Wurde vorher noch ab und zu über den Sinn einer Geldverschwendung in den Redaktionsräumen diskutiert, fällt diese Selbstkontrolle nun gänzlich weg.

Schawinskis Gegenüber war in dieser Sendung, wie gesagt, ein Andreas Thiel. Seines Zeichens Satiriker, Selbstdarsteller und der Verfasser eines koran-kritischen Textes in der Weltwoche. Das ist auch der Grund, warum Herr Thiel momentan in der Medienlandschaft so ziemlich omnipräsent ist. Ein Schweizer hat sich getraut den Mund aufzumachen und eine eigene Meinung zu vertreten. Ein Novum im Alpenland. Hier ist ja alles so angepasst. Ausser Herr Thiel. Seine Erscheinung, gemeint ist die Haarpracht, unterstreicht seine unangepassten Texte. Ein pinkfarbener Leuchtturm im Ozean des volksmeinerischen Einheitsbreis. Diesen Eindruck erweckte er auch in der Talksendung. Während ein Roger Schawinski händeringend nach seiner Fassung suchte, lächelte ihn Herr Thiel gutmütig an.
Eigentlich sind in diesem Interview die ersten fünf Minuten völlig ausreichend um zu erkennen, dass Herr Schawinski ab einem gewissen intellektuellen Grad hoffnungslos überfordert ist. Er war sich scheinbar nicht bewusst, dass Herr Thiel Satiriker ist und solche Leute sich manchmal etwas unorthodox verhalten. So geschehen bei der ersten Frage von Herrn Schawinski: „Wer bist du?“ Sie sollte der Sendung vermutlich einen philosophisch-pathetischen Anstrich verleihen, was aber komplett misslang. Es wäre das Gleiche, wie wenn in der Bildzeitung ein Artikel des Wissenschafts-Journals „Nature“ abgedruckt wäre.
Der arme Roger Schawinski liess schon bei dieser Frage die Hosen runter und bei der darauf folgenden Antwort:“ Ich bin der Andreas und wer bist du?“, stand er ziemlich nackt da. Er konterte mit dem verbalen Mahnfinger, was seine Unfähigkeit in der Gesprächsführung vollends aufzeigte. Rhetorisch bewegte er sich zwischen Comic-Sprechblasen und Luft holen. Herr Thiel hingegen versuchte immer wieder einen seriösen Inhalt zu vermitteln, was aber generell nicht in das Sendeformat passte. Man kann aus einem Döner kein Filet machen. Das merkte man auch beim weiteren Verlauf des Gesprächs. Herr Döner, äh entschuldigung, Herr Schawinski versuchte mit Denunzierungs-Strategie seinen Gesprächspartner aus der Reserve zu locken, was aber deutlich misslang. Zudem gab er seinen Gast gar nicht genug Redezeit, um der Sendung doch noch etwas Wertvolles zu geben. Die Frage von Herrn Thiel: „ Redest du immer so viel wenn du Gäste hast?“ war bezeichnend für das eigentliche Sendeformat. Es geht nicht um den Gast. Viel mehr möchte Herr Schawinski sich selber auf den Monitoren sehen, hören, spüren, lieben, verherrlichen, anhimmeln, eigentlich alle Attribute ausleben, welche einen ausgewachsenen Narzissmus ausmachen. Da tappt er in die gleiche Falle, wie viele seiner Kollegen. Journalismus wird durch Narzissmus ersetzt.

Zum Schluss dieser Peinlichkeit, ich weiss nicht, wie oft ich mich für den Herrn Schawinski geschämt habe, machte Herr Thiel etwas, dass mich sehr überraschte und gleichzeitig aufzeigte, dass er nicht nur laue Luft von sich gibt, sondern sein Wissen und seine Philosophie auch lebt – er reichte Herrn Schawinski die Hand. Man muss sich das einmal genau vor Augen halten. Herr Thiel wurde eine halbe Stunde lang beleidigt und erniedrigt. Danach reichte er dem Schawinski die Hand zur Versöhnung. Ich war paff. Das schafft nur ein Mensch, der schon sehr viel Arbeit in seine persönliche Entwicklung gesteckt hat und dabei eine Sozialkompetenz erreichte, vor der ich meinen Hut ziehe. Mein grösster Respekt und Hochachtung an die Adresse des Herrn Thiels.

Roger Schawinski tat mir schon fast leid. Hilflos, eingeschüchtert, fassungslos und mit leicht panischem Blick sass er wie ein Häufchen Elend auf seinem Stuhl und wusste nicht wie ihm geschah. Sein runtergeleierter Abschluss-Monolog hatte den Charme einer Tonbandaufnahme und informierte die Zuschauer, wann sie den Fernseher nicht einschalten dürfen, sollte der wöchentliche Anblick Schawinskis die persönliche Sch(m)erzgrenze überschreiten.

Ich kann Herrn Thiel nur gratulieren. Er selber machte kurz den Eindruck, die Raison zu verlieren, aber im Vergleich zu Herrn Schawinski blieb er auf professionelle Distanz und liess sich fast nicht auf die Beleidigungs-Schiene verführen. Es bleibt zu hoffen, dass Herr Schawinski etwas aus dieser Sendung gelernt hat. Das nachfolgende Interview von dem Massenblatt „20 Minuten“ belegt leider etwas anderes. Er bleibt lernresistent, kommunikativ verwahrlost und nach wie vor extrem selbstverliebt.
Ein Traum-Mitarbeiter eines staatlichen Sende-Betriebes, aber eine Zumutung für den zahlenden Medienkonsumenten.


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17. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Der neue Knigge

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Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge, via Wikimedia Commons

Fast jeder hat schon einmal vom Knigge gehört. Vor allem die ältere Generation kennt noch dieses Nachschlagewerk der guten Benimm-Regeln. Bei den Jüngeren ist dieses Buch eher als Staubfänger oder Regalstütze beliebt. Den Inhalt kennen sie selten und wenn, dann vergessen sie die Regeln im entscheidenden Moment. Um den Inhalt dieses Buches moderner und attraktiver zu gestalten, haben die Autoren die neuesten Benimmregeln aus Wirtschaft sowie Gesellschaft zusammengetragen, alte nicht mehr zeitgemässe Normen über Bord geworfen und durch die neuen Verhaltensregeln ersetzt. Der Verlag Schund & Schande verschickte einen Buchauszug an ausgewählte Redaktionen, damit diese die Werbetrommel rühren. Die Liste der Vorbestellungen ist mittlerweile länger als die Produktion hergibt und man darf sich, laut Herstellerangaben, auf Lieferverzögerungen von mehreren Wochen einstellen.

Warum dieser neue Knigge?
Der alte Verhaltens-Kodex ist voll mit verstaubten Regeln, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. Es wäre das Gleiche, als wenn man mit einer technischen Bedienungsanleitung aus den 50ern einen heutigen Satelliten zusammenbauen wollte. Der Text entspricht nicht mehr dem aktuellen technischen Standard, so wie der alte Knigge nicht mehr die heutigen Verhaltensformen in der Gesellschaft enthält. Dieses Vakuum an Regeln der Neuzeit bewog die Autoren, diesen neuen Knigge zu verfassen um der jungen Generation ein Nachschlagewerk zu bieten, welches sich auch mit den neuesten Verhaltensformen befasst.

Was ist neu?
Grundsätzlich wurden alle Regeln, die ein soziales Miteinander ermöglichen aus dem Buchtext gestrichen. Es geht in erster Linie nicht mehr darum, seine Person sozialverträglich in eine Gruppe zu integrieren, sondern wie man sich in der heutigen Zeit gegenüber den Mitmenschen behaupten kann. Dazu ein paar Beispiele.

Gesprächskultur
Früher waren in der Kommunikation zwischen zwei Menschen die Fähigkeiten „zuhören“ und „verstehen“ grundlegende Elemente eines konstruktiven Dialoges. Heute ist diese Gesprächsform zu aufwendig. Es fehlt die Zeit, den anderen aussprechen zu lassen, deshalb wird bereits nach dem halben Satz schon der eigene kreiert, ohne den Schluss des Gegenübers abzuwarten. Das hat zudem den Vorteil, die Botschaft nicht mehr verstehen zu müssen und ggf. darauf zu reagieren. Man ist nur noch darauf bedacht, den eigenen Text los zu werden, egal ob er in einem Kontext mit den Gehörten steht oder nicht. Hauptsache, man konnte seinen Gesprächspartner übertexten. Die Aussage des Anderen in seinen Text einfliessen zu ist ebenfalls veraltet. Man zeigt so Schwäche, in dem man Verständnis für den gehörten Text bekundet.
Viele Call-Center Mitarbeiter oder staatliche Beamte haben diese neue Benimmregel bereits fest in ihre Gesprächskultur integriert. Man kann sagen, was man will, das Gegenüber antwortet sehr selten auf die eigenen Argumente, in der Regel werden sie mit vehementer Ignoranz erwidert. Zudem sind heute hierarchische Ränge ausschlaggebend bei der Gesprächsführung. Als Bittsteller hat man sich komplett zu unterwerfen, ohne die Möglichkeit auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen und als Entscheidungsträger kann man so ziemlich jeden Müll von sich geben. Der Bittsteller muss alles kommentarlos akzeptieren, was sich in seine Gehörgänge verirrt. Jeder der Hartz 4 beantragt hat weiss, wann er die Klappe halten muss, um an das Geld zu kommen. Ein Wunder, dass die Bittsteller noch atmen dürfen.

Ehrlichkeit
Diese Eigenschaft ist der Untergang kapitalistischen Denkens und somit völlig unzeitgemäss. Kein Geschäftsabschluss wird heute noch mit ehrlichen Mitteln getätigt. Früher musste man sich mit dem Produkt auseinandersetzen um die bestmöglichen Verkaufsargumente zu erhalten, heute ist kein Fachwissen mehr nötig. Gefragt sind Insiderinformationen, mit welchen sich sein Gegenüber erpressen lässt. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht mehr einfach aus einem Geschäft zurückziehen kann, falls das Angebot unattraktiv ist. Mit dieser neuzeitlichen Verhandlungsstrategie sind die Amerikaner besonders erfolgreich. Dazu ein kleines Beispiel der aktuellen US-Praktiken. Eine Firma stellt ein innovatives Produkt her und ist Marktführer in diesem Bereich. Die Amerikaner wollen dieses Produkt auch. Zuerst wird mit Spionage versucht, die Herstellungsprozesse zu eruieren. Sollte das nicht reichen wird man bei der Firma persönlich vorstellig. Der Verkaufsleiter legt sich richtig ins Zeug und preist sein Produkt in allen Farben an. Das Produktgesülze beantworten die Amis mit den neuen, oben beschriebenen Kommunikationsregeln und hören somit gar nicht richtig zu. Am Schluss werden Visitenkarten ausgetauscht und die Amis versprechen sich in den nächsten Tagen zu melden. Das machen sie auch, aber im Gepäck haben sie nicht Preisangebote sondern private Informationen des Verkaufsleiters. Sie haben nämlich in der Zwischenzeit ihre Geheimdienste kontaktiert, aufgrund der Daten auf der Visitenkarte den Verkäufer zerpflückt und solange gesucht, bis sie eine „Leiche im Keller“ gefunden haben. Sollte keine zu finden sein, inszenieren sie eine Aktion, bis am Schluss eine „Leiche“ übrig bleibt. Der arme Verkaufsleiter, voll auf das Geschäft eingestellt, wird beim nächsten Verhandlungstermin mit den privaten Details überrumpelt. Das wirft jeden aus dem Ruder und die meisten fügen sich der Erpressung. Wer will schon sein nacktes Antlitz in der Verteilerliste des hauseigenen Mailserver wissen.
Diese Geschäftstaktik wird von den Amerikanern in allen Bereichen eingesetzt. Sei es wirtschaftlich oder politisch. Ihnen geht es heute nicht mehr um das Produkt, sondern nur noch, wie sie das Gegenüber erpressen können, damit sie das Objekt der Begierde so billig wie möglich bekommen.

Respekt
Dieser Begriff wurde komplett entfernt. Respekt bringt keinen Profit, benötigt Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen. Alles Fähigkeiten, die dem heutigen Denken völlig im Weg stehen. Der Mitmensch muss als psychischer Mülleimer herhalten und darf somit sämtliche prügelnden Argumente seiner Artgenossen wehrlos einstecken. Selbstschutz ist verboten und wird durch den Staat geahndet. Das heutige Überleben sichert man sich mit aggressivem Verhalten oder wenn möglich mit entsprechender Bewaffnung. Zudem sollte man sich nur schwächere und/oder wehrlose Opfer aussuchen. Behinderte, Kinder und Frauen werden bevorzugt, die man nach Belieben blutig schlagen kann ohne auf grosse Gegenwehr zu stossen. Bei Frauen sind die Möglichkeiten persönlicher Machtdemonstrationen am attraktivsten. Man(n) verprügelt sie, bis ein wehrloses Opfer vor einem liegt, kann dann sich noch seiner Säfte entleeren und anschliessend das nackte Opfer bestmöglichst mit dem Handy fotografieren und seinen Mitmenschen als Unterhaltung zur Verfügung stellen. Im Optimalfall wird einem noch anerkennend von den Kollegen auf die Schulter geklopft, was den persönlichen, hierarchischen Aufstieg beflügelt. Bei Kindern funktioniert das genau gleich. Dort sollte man aber mit Fotos vorsichtig sein. Nackte Kinder-Bilder auf dem Handy sind strafbar, nackte Kinder auf dem Waldboden verbuddelbar. Hier sollte man ein wenig vorausdenkend sein, um nicht plötzlich als Opfer hingestellt zu werden. Bei Unsicherheiten, wie man mit Kindern umgehen soll, empfiehlt sich ein Besuch in der Kirche oder bei den englischen Behörden. Diese beiden Institutionen waren massgeblich bei der Erstellung des neuen Knigge’s behilflich. Ihre Jahrhunderte alte Erfahrung im Umgang mit Kindern fand im neuen Knigge gebührend Raum um die erfolgreiche Frühsexualisierung der Kinder erfolgreich zu veranschaulichen.

Lügen
Ein Sprichwort sagt: Ehrlichkeit ist ein teures Hobby. In der heutigen kapitalistischen Welt sind solche Eigenschaften finanziell ruinierend. Wer etwas zugibt darf in der Regel zahlen, wer nicht betrügt ebenfalls und wer ehrlich an der Kasse steht, ist nach neuesten Erkenntnissen naiv. Für dieses Kapitel waren massgeblich die Politiker verantwortlich. Ihre Erfahrungen beim Belügen des Volkes sucht seinesgleichen. Kein Gewerbe baut mehr auf Unwahrheiten auf wie die Politik. Diese Fähigkeit ermöglicht das Bereichern von sich selber und seinen Gehilfen, man kann alles dementieren, was man einmal von sich gegeben hat und man ist zu keiner Zeit an seine Aussagen gebunden. Kanzlerin Merkel hat dies eindrücklich bewiesen. Bei ihrem Amtsantritt schwor sie, das deutsche Volk zu schützen, sich an das Gesetz zu halten und ihre Arbeit zum Wohle des Volkes zu gestalten. Sie hat diese Lügen derart perfekt dem Bürger präsentiert, dass sie nach Jahren des Nichteinhaltens und Schwurbruchs zur beliebtesten Deutschen gewählt wurde. Selbst das ZDF mit seinem verklebten Wahrheitsgehalt tritt in ihre Fussstapfen und serviert dem Volk täglich die neuesten Geschichten der Baronin von Münchhausen.

Der Zeitgeist
Die Neuerscheinung des Knigge’s war überfällig. Alle Tugenden, die einmal ein harmonisches Miteinander ausgemacht haben sind mittlerweile verschwunden und wichen den neuen Umgangsregeln der modernen Gesellschaft. Lüge, Hass, Aggression, Gewalt, Diebstahl, Betrug sind nur einige Begriffe, die ihren Weg in den neuen Knigge gefunden haben. Eine erweiterte Version ist in Arbeit und dort werden die zwischenmenschlichen Kommunikationsmethoden der einzelnen Religionen aufgezeigt. Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von den allgemeinen Benimmregeln, haben aber ein paar wichtige Verhaltensformen, die vor einer effizienten Kommunikation schützen. Enthauptungen lassen keine Gegenargumente zu, Vergewaltigungen benötigen keinen Wortschatz und Kinder mit Sprengstoffgürteln brauchen keine pädagogische Erziehung.

Sollten Sie das Pech haben, die neueste Ausgabe des Knigge’s noch nicht in den Händen zu halten, können Sie sich an die Pressemitteilungen der Massenblätter orientieren. Dort kann man gut nachlesen, wie Politiker, Wirtschaftsleute und einfache Bürger miteinander umgehen. Suchen Sie sich die verwerflichsten Eigenschaften aus und Sie schwimmen mit dem Strom, respektive können dann nichts falsch machen. Sollte sich dennoch plötzlich ein Gefühl des Skrupels oder Eigenverantwortung einstellen, dann schauen Sie sich ununterbrochen Nachrichtensendungen an, bis der letzte Funken Menschlichkeit die einst sozial veranlagten Hirnwindungen verlassen hat. Dann ist man für die heutige Zeit ausreichend gewappnet.


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16. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Invasion – neue marodierende Spezies entdeckt

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Phantombild der neu entdeckten Spezies
Panzi at the German language Wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

In letzter Zeit liest man immer mehr von einer humanoiden Rasse, die marodierend durch die europäischen Strassen zieht. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind mit einem Heuschreckenschwarm vergleichbar. Wenn die hüpfenden Gesellen einen Landstrich auserkoren haben, steht dort nachher kein Grashalm mehr. Das Gleiche kann man bei dieser neuen Spezies beobachten. Wo die waren sieht man nachher nur Scherbenhaufen und brennende Autos.

Was ist das für eine Rasse? Sie bewegen sich mehr oder weniger auf zwei Beinen, geben unverständliche Laute von sich und sind von Kopf bis Fuss verhüllt. Sie erscheinen in Massen, selten sieht man einzelne Individuen. Man könnte meinen, sie kommen aus ihren Erdlöchern, sobald die gesellschaftliche Wut eine gewisse Hitze entwickelt hat. Vermutlich brauchen sie die Wärme um ihre kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln. Ähnlich wie eine Schlange, die in der Sonne liegt und sich aufwärmt. Erst bei einer optimalen Umgebungstemperatur, egal ob durch brennende Autos oder Volkswut, kommen sie aus ihren Löchern gekrochen und überziehen ihr besetztes Gebiet mit Chaos. Die Wissenschaft hat bis jetzt keine Erklärung für die neue Spezies. Quervergleiche mit anderen Tierarten hinken etwas. Einzig die Attribute wirbelloser Tiere scheinen auf diese neue Art zuzutreffen - schleimig, meist hirnlos, blind und ohne Rückgrat. Ist das eine missratene Mutation der Gesellschafts-Evolution oder einfach ein Fehlgriff der Natur?

Auf alle Fälle zeigen sie ein Gebaren, das sich dem gesunden Menschenverstand oder einem natürlichen Verhalten entzieht. Tagsüber gehen sie in die Geschäfte um ihren Konsumgier zu stillen und nachts zerstören sie ihre Lebensgrundlage. Das ist eher ein unnatürliches Verhalten. Daher muss man die Möglichkeiten einer Rassenbestimmung etwas ausweiten und wir begeben uns in die Welt der Mythen und Sagen. In der Fantasy-Ecke gibt es eine Rasse, die erschreckende Ähnlichkeiten mit der neu entdeckten Spezies hat. Sie kriecht ebenfalls aus ihren Erdlöchern und marodiert durch die Gegend. Das sind die Orks. Finstere Gesellen, erscheinen meist nachts, grölen laut im Chor und zerstören alles, was ihren Weg kreuzt. Ihnen eilt meist ein bestialischer Gestank voraus. Literarisch-dramatisch oft als „Hauch des Todes“ umschrieben.

Dasselbe gilt für die neu entdeckte Rasse. Bei ihnen stinkt es nach Alkohol, Urin und Erbrochenem, was dem „Todeshauch“ sehr nahe kommt, sie röhren gemeinsam Schlacht- Parolen und schlagen alles kaputt, also ein Ork-typisches Verhalten. Einzelne Wissenschaftler vertreten die These, dass diese Spezies extrem auf spiegelnde Oberflächen reagiert. Schaufenster, Autoscheiben usw. sind immer wieder bevorzugte Ziele. Die Forscher glauben, dass ein Ork-ähnliches Wesen beim Anblick seines Spiegelbildes entweder den Verstand verliert oder einen Feind vor sich sieht. Im Endeffekt verhält sich das Wesen immer gleich, es will sein gegenüber vernichten. Das Nichterkennen des eigenen Spiegelbildes wird in der Tierwelt mit mangelnder Intelligenz erklärt.

Solche Tierarten haben in der Regel eine enorme Vermehrungsrate. Aber die beobachtete Zahl von paarungswilligen Männchen steht in keinem Verhältnis zu den vorhandenen Weibchen. Bei der hohen Populationsrate muss noch eine weitere Vermehrungstechnik im Spiel sein. Gerüchten nach kann die neu entdeckte Spezies bei gesund denkenden Menschen einen Hirnausfall auslösen. Unbestätigten Zeugenaussagen nach mutierten innert kürzester Zeit normal denkende Bürger zu marodierenden Kreaturen. Wie diese Umwandlung von statten geht ist noch völlig unbekannt. Es wird vermutet, dass übermässiger Alkoholkonsum diese intellektuelle Verwandlung fördert.

Da man bis jetzt kein eindeutiges Erscheinungsmuster dieser Spezies entdeckt hat, kann man jederzeit und überall mit so einer marodierenden Bande konfrontiert werden. Aus diesem Grund hat die europäische Union in Brüssel ein Schreiben mit Empfehlungen veröffentlicht , welche den Bürger vor einer unfreiwilligen Verwandlung schützen können. Sollten man in eine solche Horde geraten, helfen nach neuesten Erkenntnissen folgende Massnahmen:

Grunzen, grölen, rülpsen sind wesentliche Merkmale, mit denen man sich als Artgenosse ausgeben kann.

Akademisches Vokabular sollte möglichst vermieden werden.

Torkeln und regelmässiges Abstützen wirken sehr glaubwürdig. Die neue Spezies hat erst vor kurzem gelernt aufrecht zu laufen. Sie sind daher noch etwas wackelig auf den Beinen.

Nach Alkohol riechen wirkt ebenfalls sehr gut.

Wachsam bleiben. Manche Wesen wollen ihre Umgebung markieren, ähnlich wie es die Hunde machen. Man sollte seine Hosenbeine im Auge behalten.

Ganz üble Gestalten attackieren unbescholtene Bürger mit ihrem Mageninhalt. Bis obenhin gefüllt mit Alkohol sind das wandelnde Einschleimer. Unbedingt auf Abstand halten.

Die örtliche Polizei ist in vielen Fällen mit der neu entdeckten Spezies überfordert. Sie hat Mühe unschuldige Bürger von einem Ork-ähnlichem Wesen zu unterscheiden. Die Wesen sehen unter ihren Verhüllungen wie Menschen aus und im Winter packt man sich selber auch gut ein. Da wird es für die Polizei schwierig einen Unterschied zu erkennen. Selbst in Brüssel hält man sich mit einer Verhaltens-Empfehlung noch bedeckt. Es ist einzig die Meldung durchgesickert, dass man genau das Gegenteil von den oben genannten Punkten machen soll.

Keine Körpergeräusche von sich geben.

Je mehr Fremdwörter in einem Satz sind umso besser.

Sichere Auftreten

Gepflegtes Aussehen

Den Beamten nicht ans Bein Pinkeln oder mit sonstigen Körperausscheidungen bewerfen.

Diese Punkte sollten einen vor einer ungerechten Verurteilung seitens der Polizei bewahren.

Die Wissenschaftler und Politiker arbeiten fieberhaft an einer Lösung für diese neue gesellschaftliche Erscheinung. Dabei begeben sie sich manchmal selber in höchste Gefahr. Es wurde beobachtet, dass die Verwandlung in die Hirnlosigkeit schon manchen Politiker erwischte und er selber jetzt nur noch krudes Zeugs von sich gibt. Es bleibt zu hoffen, dass die Pharma-Industrie so schnell wie möglich einen Impfstoff entwickelt, der dem geistigen Zerfall in der Gesellschaft Einhalt gebieten kann. Sonst enden wir alle womöglich ebenfalls als marodierende Bande, die unkontrolliert und grölend alle Glaspaläste in den Hauptstätten kurz und klein schlagen. Die Zeit drängt.


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15. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Vielen Dank

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Ruhetag
By Liquid 2003 at fr.wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons

Liebe Leser

Der mittelalterliche Markt ist vorbei, die Augen noch müde und die Stimme ein wenig heiser. Ich möchte mich bei allen Besuchern und Kunden recht herzlich bedanken und wünsche ihnen viel Freude mit den erworbenen Artikeln. Es gab wieder sehr schöne, bewegende, lustige, nachdenkliche und herzliche Begegnungen. Das Wetter zeigte sich von der freundlichsten Seite, sowie die Temperaturen, sie erinnerten eher an den Frühling wie an Weihnachten. Von daher war es sehr angenehm den ganzen Tag draussen zu stehen und seine Waren anzupreisen.

Aus diesem Grund möchte ich diese angenehme Stimmung noch nachklingen lassen und mich nicht gleich wieder in die weltlichen Absurditäten vertiefen. Beim Durchblättern der einzelnen Propaganda-Gazetten sah ich schnell, dass die Welt, respektive ihre zweibeinigen Bewohner weiter effektiv daran arbeiten, weiterhin unsere Lebensgrundlage zu vernichten. Es ist schon toll, wenn man nicht alles medial verfolgen muss und gewisse Prozesse von selber funktionieren. Da kann man getrost in die Ferien gehen und nach der Rückkehr mit Freuden feststellen, dass sich der Wahnsinn weiter dreht und im 24-Stunden-Rhythmus wiederholt.

Sodele, ich widme mich jetzt wieder meinem Schlafzimmerblick, versuche ihn mit einer weiteren Tasse Kaffee aus dem Gesicht zu vertreiben und sollte das nicht funktionieren, ist es mir heute schlicht egal.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Wochenstart und freue mich darauf, Ihnen weiterhin mit meinen Kommentaren das eine oder andere Lachen zu entlocken.

Zigorio


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12. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Hört hört ihr Leut‘

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meine "magische" Ecke,
von Zigorio

Liebe Leser

In den nächsten drei Tagen gibt es keine Kommentare von mir. Ich reise ins Mittelalter und ohne Laptop und sonstige neuzeitliche Dinge. Wer Lust und Zeit hat kann vom 12.12.14 ab 14:00 bis 14.12.14 um 18:00 den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Stein am Rhein besuchen. Vorzugsweise mit entsprechender Gewandung, aber auch modern Gekleidete sind herzlich willkommen. Man findet mich während den Tagen an meinem Magier-Stand „Avotis Bricta“. Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.maerlistadt.ch

Meine Kommentare tippe ich wieder ab dem 15.12 ins Netz. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine gute Zeit und gehabt Euch wohl.

Zigorio


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11. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Folter – moralische Weichspülung der Gesellschaft

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Guantanamo für jedermann,
© Raimond Spekking, via Wikimedia Commons

Nicht schon wieder. Eigentlich sollten die täglichen Medien-Flunkereien etwas Abwechslung bieten. Ein Skandälchen hier, eine Selbstdarstellung dort und zwischendrin unwichtiges Vermischtes aus aller Welt. Aber die Amerikaner schaffen es immer wieder, die Titelseiten zu erklimmen und mit ihren abstrusen Handlungen die Leserschaft zu erschüttern. Ist ein wenig übertrieben. Nachdem in den letzten Wochen, eher Monaten, fast täglich von Übergriffen der US-Polizei auf unbescholtene Bürger berichtet wurde, überrascht die neueste Meldung eigentlich nicht besonders. Die meisten Massenblatt-Konsumenten haben mittlerweile eine gehörige Hornhaut auf den Augäpfeln entwickelt, mit dessen Hilfe sie die schockierenden Meldungen aus Übersee, homöopathisch dosiert konsumieren können, ohne gleich vor Ärger in die Tischkante beissen zu wollen.

Daher wird die neueste Meldung runtergeschluckt, ohne sich über die Geschmacksrichtung Gedanken machen zu müssen. Die Köche des medialen Einheitsbreis haben eine neue Variante kreiert und servieren den letzten Schrei amerikanischer Foltermethoden parallel zum geköpften Frühstücksei. Beim Betrachten einer Waterboarding-Szene giesst man sich noch automatisch Kaffee nach, aber beim Thema Elektroschock möchte man am liebsten das Stück Brot aus dem Toaster befreien. Bei so viel Folter-Lektüre am Morgen, bleibt mancher Bissen fast im Hals stecken.

Dabei beschrieben die Zeitungen etwas, dass schon lange allen bekannt war, aber weil dies niemand öffentlich zugab, konnte man diese Gerüchte ins Reich der Märchen verbannen. Moralischer Selbstschutz sozusagen. Aber die Amerikaner denken an alles. Damit die geplagte Volksseele nicht ganz an den unmenschlichen Methoden der USA verzweifelt, werden diese Praktiken ganz einfach nach Hollywood gekarrt und dort mit viel nackter Haut als Unterhaltung zurechtgeschnippelt. Dann sieht die Sache schon anders aus. Wenn Handschellen mit rosa Plüsch eingepackt sind und der Elektroschock-Geräte auf jeder Kuhweide anzutreffen sind, kann es ja nicht so schlimm sein.

Das Christkind wird sich dieses Jahr sowieso die Frage stellen, ob es Geschenke verteilt oder unzählige Folterkeller einrichtet. Auf der Wunschliste stehen Peitschen, Dessous, Masken, Fessel-Utensilien, Vibratoren und vieles mehr. Beim Anblick einer voll ausgerüsteten Folter-Werkzeugkiste schlägt jedes Männerherz vor Freuden bis zum Hals. Bei den Frauen auch, aber eher aus Angst. Dazu gibt’s noch das passende Handbuch oder Einführungsvideo. Diese Jahr werden die Kinder vermutlich zum Geschenke auspacken ins Zimmer geschickt.

Ist nicht schlecht, das Timing der Amerikaner. Einerseits veröffentlichen sie ihren Folterbericht, der die letzten tausend Jahre soziale Menschheitsentwicklung augenblicklich eliminiert und andrerseits wird Folter mit Hilfe von Blockbustern, Büchern, Musikvideos und sonstigen meinungsbildenden Angeboten gesellschaftsfähig gemacht. Ist Ihnen schon aufgefallen, wie die unmenschlichste Kommunikationsmethode permanent medial in die Köpfe der Menschen gepflanzt wird? Irgendwann kräht kein Hahn mehr danach, wenn man(n) an einer Frau nach Lust und Laune rumquälen kann. Mit sanften Schreien fängt es an und der Mann versteht sich als Naturtalent, wenn es darum geht, die Lautstärke der weiblichen Bekundungen kontinuierlich zu erhöhen. Wenn dann sein bestes Stück simultan mit der Lautstärke zunimmt, ist er auf dem besten Weg. Gleichzeitig schraubt es die Errektionskurve nach oben was nichts anderes heisst, als dass beim nächsten Mal der Einstiegslevel entsprechend erhöht werden muss, dass die genitale Hegemonie überhaupt in die Gänge kommt .

Die männliche Sexualität wird scheinbar von der Leber verwaltet. Beim Alkohol braucht es auch immer mehr, um einen berauschenden Level zu erreichen. Beim Sex ist es das Gleiche. Das Hirn schaltet sich mit zunehmender Trunkenheit immer weiter ab und am Schluss wird das vegetative Nervensystem des Mannes ausschliesslich von seinen Körpersäften gesteuert. Es empfiehlt sich zwischendurch einen Blick auf das gefesselte Opfer zu werfen, da die männliche Zurechnungsfähigkeit ab einem gewissen Geilheits- oder Alkohol-Level unauffindbar ist. Blau angelaufene Körperteile, Blutungen und eine heisere Stimme der Frau sind eindeutige Zeichen, dass man wieder einen Gang runterschalten sollte.

Das Fest der Liebe wird überschüttet mit Folterberichten und Werkzeugen. Irgendwie schon verdächtig. Gibt’s eigentlich schon ein Kinderset? So wie in den Kindergärten die Kleinen darauf getrimmt werden, wie man sich der Erwachsenenwelt anzubieten hat, sind Folterspielzeuge sicher schon in Planung. Doktorspiele von Onkel Mengele oder der weisse Engel und die drei Fragezeichen.

Die Brutalisierung der Gesellschaft wird immer weiter vorangetrieben. Merkt man selber an sich. Wie schlimm muss eine Meldung sein, damit man darauf reagiert? Ein Autounfall mit mehreren Toten wird gelesen wie ein Ferienprospekt und erst, wenn der Inhalt an die persönliche Zumutungsgrenze stösst, reagiert man emotional. Wenn die IS-Truppen ein Dorf nach dem anderen abschlachten, wird weitergeblättert, aber wenn von aufgespiessten Köpfen die Rede ist, liest man etwas genauer. Früher war die Welt in Schräglage, wenn irgendwo eine Autobombe explodierte, heute konkurrieren solche Meldungen mit dem Dschungelcamp oder Kochsendungen.

Wo endet so eine gewaltverherrlichende Gesellschaft? Sodom und Gomorrha? Den biblischen Zustand haben wir jetzt schon. Eigentlich müsste schon lange die Hand Gottes unzählige Ohrfeigen austeilen, bei den ganzen Absurditäten seiner Schäflein. Aber sogar er hält sich bedeckt. Ich glaube, die sind selber so mit ihren Dark-Room-Spielchen beschäftigt und haben gar keine Zeit, sich um die menschlichen Deppen zu kümmern. Wenn einer seine Frau gerade an die Wand nagelt, kümmert es ihn auch nicht ob der Nachbar wegen dem Gehämmere reklamiert.

Also liebe Leser, wenn Sie sich ebenfalls der propagierten Foltermentalität hingeben möchten, dann gehen Sie bitte mit Bedacht vor. Bei Kindern gilt nach wie vor das Schutzalter und bei der Ehefrau oder Partner das allgemeine Menschenrecht. Bei unsachgemässer Behandlung fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.


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10. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Weihnachtsmärkte in der Schweiz – Kasernenflair und Wiedergeburt

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Wegen zu, geschlossen. Weihnachtsmarkt in Winterthur
By Roland zh (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die nächste Weihnacht rückt näher, Tag um Tag. Im Dezember gibt es in unzähligen Orten einen Weihnachtsmarkt. Eine gute Möglichkeit dem Festtagsstress mit etwas Glühwein und einem gemütlichen Schlendrian zu begegnen. Die geplagte Konsumentenseele ist in diesen Tagen nur noch fähig mit reinen Selbsterhaltungstrieb zu Überleben. Der Konsum basiert nicht mehr auf freiwilliger Basis, sondern man wird mit Glöckchenmusik zu gedröhnt, von hundertfach geklonten Weihnachtsmännern verfolgt, die eigentlich Hausbesuche machen sollten, aber vom himmlischen Jobcenter vor den Kauftempeln als Türsteher postiert werden. Um an denen unbeschadet vorbeizukommen, sollte man mit mindestens vier vollen Plastiktüten bewaffnet sein und sich einen gehetzten Gesichtsausdruck aufsetzen.

Die Weihnachtsmärkte bilden in dieser Zeit noch eine Oase der Gemütlichkeit. In einzelnen Märkten findet man sogar Romantik. Aber ein Land im Herzen Europas scheint die Kultur der Weihnachtsmärkte nicht so recht verstanden zu haben. Die lieben Schweizer sind in diesem Bezug so etwas wie Stimmungsresistent. Die Märkte in der Schweiz haben den Charme einer Kaserne kurz vor dem Feldzug. Unzählige Stände bieten ihre Waren feil und wollen es allen rechtmachen. Der Schokoladen-Nikolaus hat schon lange Ohren und das Christkind präsentiert die neue Bikini-Kollektion für den kommenden Sommer. Man muss sehr aufpassen, dass man an einem Schweizer Weihnachtsmarkt sich nicht aus Versehen eine Flasche Autopolitur einpacken lässt und meint der Tante einen Eierlikör zu schenken.

Die Marktverantwortlichen haben gemerkt, dass etwas nicht stimmt und haben eine Firma beauftragt, die Schweizer Weihnachtsmärkte zu untersuchen. Das Resultat war vernichtend. Die Stände bilden ein Sammelsurium von Kuriositäten, die eher an einen Flohmarkt erinnern. Man schmückt zwar die Auslagen mit Tannenästen, aber die verlieren vor Schreck gleich alle Nadeln wenn sie sehen, wohin sie gelegt werden. Das Ganze wird mit einer bunten Disco-Beleuchtung angestrahlt, dass jeder Glühwein in brasilianische Karnevalstimmung verfällt. Selbst logistische Gegenstände wie Mülleimer schaffen es, den Charme einer Abfall-Recyclingstation zu vermitteln. Wenn dann noch „Last Christmas“ aus den Lautsprecherboxen quillt, dann mutiert der Markt zum akustischen Fegefeuer.

Die Experten liessen kein gutes Haar an den Schweizer Märkten. Die Weihnachtsmänner verstecken sich hinter einem Kilo Wolle im Gesicht, die eher schon aussehen wie Rastas, nachdem sie über Jahre im Estrich von den Motten entsprechend gedrillt wurden. Die Texte der Kläuse brauchen mindestens eine 1,2 Promille Flatrate, um vom Volk überhaupt verstanden zu werden. Sogar die Kinder wurden beanstandet. Früher mussten die Kleinen ein Sprüchlein aufsagen und der Nikolaus honorierte es entsprechend. Heute sind die Sprüche eher in der literarischen Ecke der Slam-Poetry zu finden. Hier einige Beispiele weihnachtlicher Besinnung:

„Gib mir Nuss und Dattle, den chasch mini Schwöschter sattle.“ Eine Übersetzung spare ich mir.

Oder von den erwachsenen Kindern: „Samichlaus die liebe Maa, häsch kei Frau, wotsch mini ha?“

Mit solchen Bekundungen passt der Weihnachtsmann besser in die Fasnachtszeit oder nach Mallorca auf den Ballermann-Boulevard. Moral scheint in dieser Zeit keine mehr vorhanden zu sein. Es werden millionenfach jugendliche Bäume geköpft, um anschliessend die abserbelnde Baumleiche mit Scheinheiligkeit zu schmücken. Manche sensible Bäume halten diese moralische Verwerflichkeit nicht aus und entscheiden sich für den schnellen Flammentod als über Wochen wie ein Lepra-Kranker die Einzelteile zu verlieren und zu Schluss seine sterblichen Überreste im Müll und Staubsaugersack wiederfindet.

Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass die Schweizer keine Weihnachtsmarkt-Kultur besitzen. Sie haben schlicht keine Zeit dafür. Sobald der Weihnachtsbaum eingekauft wurde, läuft die Zeit rückwärts. Dann stellt sich die Frage, wer ist schneller fertig. Die Kinder mit Geschenke auspacken oder der Tannenbaum mit Nadeln abwerfen.

Dasselbe mit den ganzen Schokoladenfiguren. Wer nicht schnell genug verkauft oder gegessen wird, findet sich im Frühling als Osterhase wieder. Da kennen sich die Schweizer aus. Wertloses neu verpacken und gewinnbringend verkaufen. Das machen die Banken seit Jahren. Dann sollte das mit eingeschmolzenen Nikoläusen auch funktionieren. Würde mich interessieren, wie viele Reinkarnationen die Osterhasen und Weihnachtsmänner schon hinters sich haben.

Mit all den seltsamen Traditionen, welche die Schweizer im weihnachtlichen Dezember praktizieren, sind die Märkte entsprechend kurios. Solange an den Ständen Hämorriden-Salben neben Instant-Suppen stehen, die Heilsarmee schlimmer singt als der Barde Troubadix und das Christkind an jeder Erotikmesse anwesend ist, wird Weihnachten nichts anderes sein als ein gigantischer Ablasshandel für Menschen mit einem angehäuften schlechten Gewissen. Zudem schärft die Schenkerei das rhetorische Geschick, sich mit überschwenglichen, diplomatischen Dankesbekundungen vor weiteren sozialverpflichtenden Nötigungen der geliebten Verwandtschaft zu schützen.

Die Schweizer Weihnachtsmärkte sind ein Spiegel der Festtagskultur. So wie alle froh sind, wenn Georg Micheal endlich wieder in der CD-Hülle verschwindet, so sind die Stände dekoriert. Lustlos, ausgeleiert, immer das Gleiche mit null Charme. Der Glühwein schmeckt auch so. Es bleibt zu hoffen, dass die Weihnachtsmärkte in der Schweiz etwas stimmiger werden. Zur Zeit besitzen sie den Charme einer Aldi-Filiale.


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09. Dezember 2014 erschienen in:Lebenskreise

Politische Schach-Weltmeisterschaft

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Schachmatt
by Alan Light, via Wikimedia Commons

Eingeladen wurden alle Grossnationen, welche dem Spiel mächtig sind. Allen voran Russland, dicht gefolgt von den Türken. China tut sich mit dem Aussehen der Spielfiguren noch schwer und die Amerikaner kennen Schach gar nicht, sie schicken dafür die Europäer.

Während Israel den Spieltisch präpariert, treffen aus dem Nahen Osten die Figuren ein. Wer gegen wen antritt war schnell beschlossene Sache. Der Westen gegen den Osten. Die Medien verkaufen es als der Kampf „das Gute gegen das Böse“. In den Wettbüros hingegen tippen sie eher auf dumm gegen clever. Die Wettquoten sind in der Öffentlichkeit entsprechend.

Amerika will doch mitspielen, aber nicht offiziell. Sie schicken verdeckt die Bäuerin Ashton auf’s Feld und eröffnen so das Spiel. Russland zieht mit Bedacht und baut zuerst mal seine Verteidigung auf. Die Amerikaner, eigentlich immer noch nicht offiziell im Spiel, schicken den Läufer McCain los, um die Russen zu verwirren. Er soll Unruhe stiften. Der russische Präsident Putin übernimmt die Führung auf der Ostseite und lässt die Bauern in der Mitte des Spiels entscheiden, für welche Seite sie den Kopf hinhalten wollen. Nach einem kurzen Blick auf die Wett-Statistik ist der Fall klar. Der Westen antwortet mit unüberlegten Zügen, die ihn selber in seinen Absichten behindern. Das ist halt so wenn amerikanische Nichtspieler dreinreden, welche die Regeln nicht kennen. Sogar Flugzeuge wollen sie als Spielfiguren auf’s Brett bringen. Das geht nun gar nicht. Die Europäer schicken den Meinungs-Springer Steinmeier ins Feld, doch der hüpft in der Landschaft nur wiehernd umher und sucht seinen Stall.

Putin opfert unterdessen einen Bauern-Konvoi und amüsiert sich wie der Westen aufgescheucht reagiert. Sofort werden Türme in Stellung gebracht, die Dame Merkel positioniert und der König Holland versteckt sich hinter den Bauern an der rechten Front. Putin wartet , taktiert im Hintergrund. Die englische Figur Cameron möchte auch spielen und bekommt eins auf die Finger. Onkel Obama guckt ihn ganz böse an. Hillary Clinton wäre gerne die Königin gewesen, aber die Haarfarbe passte gerade nicht zum Spielfeld.

Nachdem der Westen mit seiner provokativen Spielweise den Osten nicht aus der Reserve locken konnte, probieren sie es mit Drohen. Läufer Jazenjuk und Springer Steinmeier sollen das übernehmen, decken sich gegenseitig und grinsen sich verliebt an. Die westliche Strategie wirkt laienhaft. Die Russen reagieren gereizt. Sie reklamieren, dass selbst im Welt-Schach schon Anfänger zugelassen werden. Die sollen zuerst mal die Grundregeln lernen bevor sie mit den Grossen mitspielen dürfen.

Im weiteren Spielverlauf schiebt Putin trotzig seine energiereichste Figur nach vorn und schneidet die nördliche Spielwiese von der Versorgung ab. Ein genialer Zug. Die Verbindung zu amerikanischen Öl-Produzenten hat sich ausgezahlt. Mit dem Lobbyisten Gus Pipeline weiss Putin einen mächtigen Verbündeten auf seiner Seite. Da sieht der Westen alt aus. Der hat seine Spielfiguren ziellos auf dem Feld verteilt. Sie rutschen wichtigtuend umher , stolpern aber erwartungsgemäss über die eigenen Figuren.

Das weltliche Publikum geniesst unterdessen die Werbeunterbrechung. Spannung pur. Auf dem Schachbrett sieht’s hingegen düster für den Westen aus. Doch anstatt die drohende Niederlage ehrenhaft zu akzeptieren, führen sie einfach neue Regeln ein, NATOll!

Die Jury in Den Haag sollte eigentlich für einen fairen Spielverlauf sorgen, aber sie haben den Arbeitgeber gewechselt. Sie sind nicht mehr für die Institution Recht und Ordnung tätig sondern hüten neu in den Schweizer Bergen die goldenen Kälber aus den Kuhställen in London und New York.

Die Partie gestaltet sich sehr einseitig. Der Osten taktiert mit cleveren Zügen und der Westen flattert wie ein aufgescheuchtes Huhn, begleitet von unverständlichem Geschnatter. Die Oberglucke Merkel legt sich selber ein Ei nach dem anderen, was dem heimischen Gockel Gabriel so ziemlich egal ist. Er stackst im hinteren Spielfeld hin und her und kann sich nicht so recht entscheiden, welcher kapitalistischen Henne er nachlaufen soll. Mit Schach hat das nichts zu tun.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ausgang des Spiels von Anfang an vorhersehbar war. Der Westen versucht mit Schummelei und Irreführung den Osten zu besiegen. Während sich Putin von den Winkelzügen nicht irritieren lässt, setzen seine Figuren ihren Siegeszug fort. Der Westen, immer noch planlos, ziellos und eigentlich sinnlos, probiert mit Poker-Bluffs das Blatt zu wenden. Aber das Einzige was sich gewendet hat ist die öffentliche Meinung. Die Medien versuchen noch aus dem unkoordinierten Schach-Gewusel etwas Positives zu berichten, basteln sich Collagen zusammen mit der Hoffnung, dass das Volk dem hauseigenen Kleber auf den Leim geht.

Ein Ende des Spiels ist noch nicht abzusehen. Jede Partei taktiert nach ihren Möglichkeiten. Der Osten mit Gerissenheit und der Westen mit Dummheit. Die strategischen Lemminge in Brüssel fallen einer nach dem anderen vom Spielfeldrand, bis die Russen die ganze Spielwiese für sich alleine haben. Es bleibt zu hoffen, dass der Spielverlauf nicht bis ins heimische Wohnzimmer vordringt und der einfache Bürger sein Leben nicht einer leyernden Glucke anvertrauen muss. Denn der Ausgang eines Duells, deutsches Huhn gegen russischen Bären ist von vorneherein klar. Da braucht es keine Meisterschaft, sondern nur gesunden Menschenverstand.


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08. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Bündner Bürgerwehr sollte Einbrecher abschrecken

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Sympathiebekundung der Polizei an die Schweizer Bevölkerung
By Mark Hull [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Tja, wenn man sich auf andere verlässt ist man verlassen. Den Spruch kennen sicher einige und haben schon etwas erlebt, was diesen Satz rechtfertigt. Bei uns in der Schweiz trifft dieser Spruch speziell auf die Polizei zu. Sie ist in der Regel dort, wo man sie nicht braucht und selten da, wo sie sein sollte. Dasselbe mit den Anzeigen oder Bussen. Am Meisten werden normale Bürger zur Kasse gebeten und die eigentlichen Verbrecher lässt man laufen. Wenn dann das Volk sich selber organisiert, weil die Polizei ja nichts machen kann, dann sind plötzlich die Aktiven die Schuldigen. Aber das kennt man ja aus der Rechtsprechung. Der Täter wird zum Opfer gemacht und das Opfer ist immer selber schuld. Wenn eine Frau vergewaltigt wird, hat sie ihre Reize zu wenig versteckt, wenn eingebrochen wurde ist der Geschädigte schuld weil er nicht genug aufgepasst hat und wenn man einfach zusammengeschlagen wird, dann ist man selber dafür verantwortlich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen zu sein. Tolles System.

Bei uns im Einfamilienhaus-Quartier wurde auch schon mehrmals eingebrochen. Die Polizei machte sich nicht mal die Mühe eine seröse Spurensicherung aufzunehmen, sondern verdünnisierte sich wieder mit dem Spruch, die sind eh längst über alle Berge. Manchmal frage ich mich, was die in der Ausbildung lernen. Wie man sich vor der Arbeit drückt? Die Hauptbeschäftigung der Polizei ist sinnlos an einer Strassenecke zu stehen und zu warten, bis sie einen Delinquenten was aufbrummen können. Bevorzugt sind Kinder, die kann man einschüchtern, ältere Leute, die wehren sich nicht mehr und ihr liebstes Kind die Autofahrer, weil sie dort ihre Willkür von der Leine lassen können.

Habe selber auch schon meine traurigen Erfahrungen mir diesen Individuen machen müssen. Verschiedene Male. Dabei liess sich ein ganz eindeutiges Muster erkennen. Wenn es lebensbedrohlich wird, nicht für sie sondern für das Opfer, dann trödeln sie rum als hätte der Tag 48 Stunden. Ich hatte vor einiger Zeit einen Autounfall, wo ich fast den Kopf verloren hätte. Ich war unfähig zu telefonieren und zum Glück machten dies Anwohner, die den Unfall beobachtet hatten. Nach einer Dreiviertelstunde kamen zwei unmotivierte Polizisten, die mir unmissverständlich zu verstehen gaben, dass es sie stört, wegen so einer Bagatelle hierher kommen zu müssen. Bagatelle?? Ich ging fast drauf, der andere Fahrer war stockbesoffen und dessen Kollegen hatten sich verletzt aus dem Staub gemacht. Krankenwagen kam keiner und nach der Unfallaufnahme wollten sie mich einfach mit meinem Schrotthaufen in der Pampa stehen lassen. Erst nach meinem Intervenieren und der Anwohner liessen sie sich herab. Mich nach Hause zu fahren. Das war nur 10 Minuten vom Unfallort entfernt. Den Spitalbesuch durfte ich selber organisieren.

Aber wenn es darum geht, jemandem Geld abzukassieren oder die grössten Verbrecher der Welt zu schützen, dann ist ihnen keine A…-Kriecherei zu gross. Letzthin trafen sich die politischen Weltverbrecher in Basel und die Polizei machte das, was sie am Besten kann. Demonstranten verprügeln und Verbrecher beschützen. Sie geifern sicher schon den amerikanischen Verhältnissen hinterher. Ein Toter kann nicht klagen, macht keinen Ärger mehr und wird in Zukunft auch nicht mehr negativ auffallen. Aber das ist eigentlich nicht im Schweizer Sinne. Hier wird zuerst einem das Geld aus der Tasche gezogen und dann erst unter die Erde oder sonst wohin gebracht.

Dass die Polizei dem Mammon hinterherrennt erkennt man an den unsinnigen Bussen und willkürlichen Entscheidungen. Eine Frau wurde zu 1300 Franken Busse verdonnert, weil sie eine Zellophan-Folie aus dem Autofenster geworfen hat. Ok, einfach so den Abfall entsorgen ist nicht in Ordnung, aber 1300 Franken aber auch nicht. Oder ein Autofahrer der mehrmals seine Blickrichtung nicht geradeaus gehalten hat. Er wurde mit 200 Franken gebüsst wegen „Unaufmerksamkeit“ im Strassenverkehr. Das heisst, die können jetzt hinter einem herfahren und sobald man den Kopf bewegt, können sie einem zum Zahlen verdonnern. Der letzte Schrei in der Polizeiarbeit ist der neue Drogentest. Nicht dass sie ein Gerät erhalten haben, sie sind jetzt plötzlich befähigt jemanden anhand einer visuellen Gesichtskontrolle des Drogenkonsums zu überführen. Bei dem Sachverstand, den sie bisher gezeigt haben, darf man sich auf lustige Begründungen freuen.

Die Gesetzgebung tendiert immer mehr auf willkürliche Entscheidungen. Früher musste man etwas Verbotenes machen um bestraft zu werden. Heute reicht die Vermutung. Aber nur bei denen, wo sich die Polizisten sicher fühlen. Alte Frauen, junge Menschen und randständige Gruppen. Bei allen anderen, die auch mal selbstbewusst auftreten können, machen sie einen Bogen, egal ob er Hilfe benötigt wird oder nicht. Das konnte man sehr gut an der OLMA (Ostschweizerische Landwirtschaftsausstellung) beobachten. Das Proletenvolk füllt sich dort regelmässig ab, terrorisiert Besucher, belästigt Aussteller und richtet erheblichen Sachschaden an, den die Marktfahrer selber berappen müssen. Die Polizei wurde mehrmals beobachtet, wie sie sich bei einer Eskalation verdünnisiert hat. Man fand sie dann auf dem Parkplatz am Parkbussen verteilen. Da fällt mir nur der Begriff Weicheier ein.

Die Schweizer Polizei ist in meinen Augen so ziemlich die lächerlichste Institution im Käseland. Keine Courage, kein Dienstleistungsbewusstsein und eine fachliche sowie Sozialkompetenz, welche die Steuermillionen in keinem Fall rechtfertigen. Aber in anderen Ländern sieht es nicht anders aus. Man könnte meinen, die haben sich abgesprochen und das eigene Volk als Hauptfeind auserkoren. Kriminelle werden mit Samthandschuhen angefasst und Betroffene ihrem Schicksal überlassen.

Da man sich auf die Uniformiertenn nicht mehr verlassen kann , muss sich halt der Bürger selber helfen. Ich mache auch regelmässige Runden mit meinen Hunden im Quartier und die Nachbarn schätzen das. Sollte meine Vierbeiner einen Einbrecher erwischen, lasse ich sie von der Leine. Da kann die Polizei nörgeln was sie will. Sie verdienen erst dann wieder Respekt, wenn sie dem Volk zeigen, dass sie für den Bürger da sind. Bis jetzt entfernen sie sich immer weiter weg. Aber vielleicht hat das System. Wenn die moralische Einstellung dem eigenen Volk gegenüber soweit gesunken ist, dass man sie nur noch als Feinde sieht, dann sitzt der Colt entsprechend locker und sie können endlich die erlernten Waffenkenntnisse am Bürger testen. Wird nicht mehr lange dauern.


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07. Dezember 2014 erschienen in:Spiegel

Ein rätselhafter Patient: Die Frau, die Drachengesichter sieht

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Drachen sind nicht nur böse
by Philipendula, via Wikimedia Commons

Haben Sie auch schon einmal etwas erlebt, dass Sie lieber für sich behalten haben? Nicht weil es peinlich wäre, sondern ihre persönliche Zurechnungsfähigkeit von ihrem Umfeld in Frage gestellt würde. Ich glaube jeder hat schon so was erfahren. Sei es ein Gedanke an eine Person, die im gleichen Moment anruft, oder man einen Satz im Kopf hat und das Gegenüber die Antwort sagt ohne die Frage zu kennen, ein Gefühl einer Präsenz in seiner Nähe, obwohl man nichts sieht und so weiter und so fort. Die Möglichkeiten nicht erklärbarer Wahrnehmungen sind so vielfältig, dass es schon seltsam ist, warum sich die Wissenschaft nicht ernsthaft damit auseinandersetzt.

Der Mensch wird bewertet aufgrund eines 0815-Durchschnittsmenschen. Alles was von dieser Norm abweicht ist entweder Geisteskrank, Unzurechnungsfähig, kurz gesagt, man wird mit einem Attribut der Minderwertigkeit gekennzeichnet. Wir verlassen uns dabei voll auf das Urteil der Ärzte. Wieso eigentlich? Wenn ich die Dogmen der Weisskittel anschaue und ihre Unfähigkeit andere Therapieformen in ihre Arbeit zu integrieren, dann ist ihre Bewertung eines Menschen sehr einseitig und mit beschränkten Studiumwissen begründet. Sie sind unfähig neue Erkenntnisse zu akzeptieren, ausser sie haben sie mit dem Skalpell aus dem Patienten rausgeschnippelt. Ansonsten sind sie Lernresistent.

Ich möchte die Sache von einem anderen Standpunkt beleuchten. Nehmen wir an, alle Menschen, die eine spezielle Fähigkeit entdecken sind die Norm und der Rest ist nur entwicklerisch sediert. Dann komme ich schnell zum Schluss, dass die Schulmedizin nur eines verfolgt, die Verhinderung der Entfaltung des menschlichen Geistes. Die meisten Medikamente haben eines gemeinsam. Sie machen dumm. Der Denkapparat funktioniert nur noch rudimentär und ist nicht mehr in der Lage, Feinstoffliches, Bauchgefühle und Visionen zu erkennen, geschweige denn zu deuten. Das konnte ich letzthin sehr gut beobachten.

Ein Bekannter musste notfallmässig ins Spital. Dort wurde er sofort an den Tropf angeschlossen und ich konnte zusehen, wie er immer mehr lethargisch wurde und Mühe hatte, komplizierte Sätze oder Inhalte zu verstehen. Ich weiss nicht, was die Ärzte ihm verabreicht haben, aber es ist sicher mehr als nur eine Salzlösung mit Mineralstoffen. Der Hängebeutel war nach drei Stunden leer und der Kopf meines Bekannten auch. Gespräche verliefen sehr einseitig, bei Fragen musste ich doppelt solange auf eine Antwort warten, wenn ich sie überhaupt bekam und bei den Gesprächen mit seinen Ärzten mutierte er zum willenlosen Ja-Sager.

Wenn nun ein Mensch mit übersinnlichen Fähigkeiten daherkommt, wird in der Regel von den Ärzten eine Krankheit diagnostiziert. Man macht spezielle Eigenschaften grundsätzlich mal so lange schlecht, bis es der Patient glaubt. Wenn man ihn soweit hat, schluckt er alles, was man ihm verabreicht. Er will ja wieder „gesund“ werden. Er muss sich auf die einseitige Diagnose verlassen und darf keine andere Meinung einholen. Und wenn er das macht, wird diese Meinung nicht akzeptiert und genau gleich schlecht gemacht, wie die vermeintliche Krankheit.

Für mich hat das System. Die menschliche Entwicklung schreitet voran. Politische, wirtschaftliche und Macht-Interessen sind der Evolution egal. Sie reagiert einzig auf veränderte Umwelteinflüsse. Der Rest ist für das eigentliche Leben irrelevant. Wir sind mit unserer Hirnleistung mittlerweile derart weit vorangekommen, dass der nächste Evolutionssprung des Menschen bereits in den Startlöchern wartet. Ich denke, wir hätten den Sprung schon längst gemacht, würden nicht die Interessen der Obrigkeit laufend dagegen arbeiten. Wir werden mit Medikamenten sediert, mit Nahrungsmitteln vergiftet, respektive das Hirn unterversorgt, weil in der Nahrung lebenswichtige Inhaltsstoffe entzogen und andere schädliche Substanzen beigemischt werden, die uns dumm halten und krank machen. Als Programmiereinheit für verhinderndes Gedankengut werden die Medien benutzt. Sie trichtern einem täglich sinnlose Normen ein, propagieren unendlichen Konsum von masslosem Materialismus und Formen Meinungen, die einem vom selbständigen Denken immer weiter wegführen. Wenn ich die ganzen Machenschaften von Politik, Industrie und Medien anschaue, komme ich wirklich zu dem Schluss, dass sie die Entwicklung des Menschen aktiv verhindern wollen.

Jetzt kommen immer mehr Menschen in den Genuss von speziellen Fähigkeiten. Die prophezeite Evolution 2012 ist bereits in vollem Gange. Nur, die Leute welche sich einer Gabe bewusst werden haben Angst diese zu nutzen, fördern oder sich mit anderen auszutauschen. Wenn sie es machen laufen sie Gefahr, in die Fänge der Medizin zu gelangen und für den Rest ihres Lebens als Geisteskrank abgestempelt zu werden. Habe ich selber erlebt.
Mein Zahnarzt hat sich pensionieren lassen und ich war gezwungen einen Neuen zu suchen. Aufgrund von Referenzen habe ich mir bei einem einen Termin geben lassen. Zu Beginn der Konsultation erklärte ich dem Zahnarzt, das ich 5 Minuten bräuchte um mich „runterzufahren“ und er dann ohne Narkose in meiner Schublade rumwerkeln kann. Man nennt das auch Selbsthypnose. Der Arzt war sichtlich mit meinem Wunsch überfordert, machte trotzdem die Spritze parat und liess einige lächerliche Bemerkungen fallen. Sie zeigten mir, dass er ein „Schuhschachtel-Denken“ besitzt ohne sich die Möglichkeit zu geben, neue Erkenntnisse zu integrieren. Wenn man was nicht versteht, wird es lächerlich gemacht. Er liess es sich dann nicht nehmen, mir sprichwörtlich auf den Nerv zu gehen und konnte es schlicht nicht verstehen, wie man bei dieser Rumpuhlerei keine Spritze haben will. Am Schluss der Behandlung sah ich einen etwas leicht beschämten Zahnarzt vor mir, der das Erlebte nicht so recht in sein Hirn integrieren konnte. Das ist der die Masse der Weisskittel.

Deshalb, liebe Leser, wenn Sie eine Fähigkeit an/in sich entdecken, rennen Sie nicht gleich zum Doc. Suchen Sie sich einen Menschen, der sich mit sowas auskennt Naturheiler, Schamanen, Druiden sind mit den speziellen Talenten vertraut, respektive sie sehen es als Gabe und nicht als Krankheit. Und so gestalten sie auch ihre Behandlung. Genau gesagt die Förderung der Fähigkeit. Eine spezielle Gabe wird nur solange als „Fehler“ angesehen, solange man sie nicht versteht und/oder gelernt hat damit umzugehen. Sollte sie gefördert werden, erschliessen sich dem Begabten wunderbare Möglichkeiten, sein Leben damit zu bereichern. Einige Talente sind am Anfang wirklich verstörend. Das Sehen von Dingen die andere nicht sehen, dasselbe mit Hören oder Spüren.

Früher, vor tausenden von Jahren, wurden diese Gaben gefördert und der Mensch hatte Einblick in die Natur, welche wir heute mit aufwendiger Technik nicht annähernd erreichen. Als dann noch die Religionen in die Köpfe der Menschen gepflanzt wurden, verabschiedeten sich die Gaben immer mehr, weil man sonst Gefahr lief auf dem Scheiterhaufen zu enden. Also verbannten die Menschen ihre Gaben aus den Hirnen und vergassen sie allmählich.
Heute sind die Scheiterhaufen den Psychiatrischen Anstalten gewichen, hat aber die gleiche Wirkung beim Volk. Keiner traut sich offen über seine Fähigkeiten zu sprechen. Entweder wird man eingesperrt oder belächelt. Ich denke, auch hier wird es Zeit, dass der Mensch sich wieder an seine Fähigkeiten erinnert und sie benutzt. Suchen Sie sich Gleichgesinnte und fördern sich gegenseitig. Reden Sie offen über die Ängste und Unsicherheiten, was die Gaben betreffen. Sie werden sehen, dass in ihrem Umfeld mehr Menschen mit unterdrückten Gaben zu kämpfen haben, als Ihnen bisher bewusst war. Wenn sich dann sogar noch ein kollektives Bewusstsein bildet über gemeinschaftliche Talente, dann haben die Eliten nichts mehr zu melden. Einen Geist kann man nicht einsperren, eine Seele noch weniger. Ich wünsche allen Mut, dass Sie zum Entdecker verborgener Schätz in Ihnen werden. Bei entsprechender Förderung der Fähigkeiten wird sich Ihnen eine Welt eröffnen, welche Sie die Einzigartigkeit jedes Menschen erkennen lässt. Die Einzigen, die das nicht erkennen wollen/können sind die dogmatisierten Gesellschaften, welche sich nur in der manipulierten Durchschnittsmasse bewegen. Sollen die sich im dunklen Sumpf der Inakzeptanz suhlen, alle anderen sind eingeladen das wirkliche Licht der Welt zu erblicken. Sie ist farbiger, als wir mit unseren Augen erkennen können.


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06. Dezember 2014 erschienen in:Die Welt

Geheime Mächte steuern die Welt. Echt? Wahnsinn!

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Die Welt ist grösser als die gleichnamige Redaktion.
By Dipsey (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Heute Morgen ist mein Halsumfang deutlich grösser als gestern. Nicht weil ich mir eine Erkältung eingefangen habe, sondern aufgrund eines Artikels in der „Welt“. Geschrieben hat ihn ein Thorsten Krauel, seines Zeichens Chefkommentator. Was bei mir die erste Frage aufkommen liess. Was ist ein Chefkommentator? Mir sind die Begriffe wie Autor, Verfasser, Journalist und Redakteur bekannt, aber ein Chefkommentator ist mir irgendwie suspekt. Ist das jetzt einer, der seinen Senf zu gewissen Themen abgibt oder sich den Senf servieren lässt und den Schärfegehalt des bräunlichen Inhaltes bewertet? Ich weiss es nicht so recht, aber nach dem Lesen diverser Texte von Herrn Krauel erhärtet sich die Vermutung, er verwechselt Senf mit Weisheit.

Nachzulesen sind seine kruden Gedankengänge in seinem neuesten Artikel oder Kommentar. Er wagt sich an das Thema „Verschwörung“ und stopft es mit eingetrichterten Sätzen zu, wo jeder sofort erkennen kann, dass mit dem Sachverstand eines Kopierers geschrieben wurde. Ein Autor kann eigenständige Sätze formulieren aber ein Chefkommentator der „Welt“ gibt anscheinend nur die Inhalte wieder, die ihm vorher diktiert wurden. Beispiel gefällig für seine „fachliche“ Beurteilung von Verschwörungstheoretikern?

„In Wirklichkeit aber suchen sie oft nur einen Ausweg aus persönlichen Angstgefühlen, einen Grund für das eigene Scheitern. Die Angst äußert sich zunächst in Verfolgungswahn.“

Die armen Verschwörungstheoretiker sind also Angsthasen, gescheiterte Existenzen die an Verfolgungswahn leiden. Sie können einem Leid tun. Aber das reicht Herrn Krauel noch nicht. Mit seiner psychologischen Fachkenntnis, woher auch immer, setzt er den Verschwörungstheoretikern noch einen oben drauf:

„Er neigt dazu, den Grund für seine innere Einsamkeit darin zu suchen, das mächtige Gegenspieler ihm den Platz im Leben verwehren – sei es ein Chef, seien es gesellschaftliche Umstände, seien es die "Bilderberger". Je gewaltiger die empfundene Gegenmacht ist, desto mehr sehen solche Menschen sich darin bestätigt, schuldlos im Abseits zu stehen.“

So ist das also. Alle Verschwörungstheoretiker sind innerlich vereinsamt, haben Probleme mit dem Chef, mit den Bilderbergern, eigentlich mit allem, was nicht in ihr Weltbild passt. Wenn ich es mir genau überlege, hat Herr Krauel sich selber beschrieben. Wer keine eigene Meinung hat, lässt sie sich diktieren. Wer mit sich selber unzufrieden ist, nörgelt an anderen herum und wer keinen sozialen Kontakt findet, schleimt sich bei seinen Vorgesetzten ein. Und für solche Schreibereien bekommt er auch noch Geld. Opportunismus scheint ihm wichtiger zu sein wie die journalistische Seriosität.

Langsam bekomme ich Mitleid mit dieser fehlgeleitenden Entwicklung auf zwei Beinen. Was hat dieser arme Mann erleiden müssen, dass er so „neben seinen Schuhen“ steht? Ein Blick in seinen Lebenslauf bringt Klärung. Er war von 1983 bis 1986 Volontär und Redakteur bei dem Blatt "Die Welt". Ab 1986-1989 war er Berater im Bundestag und Bundeskanzleramt. Da haben wir’s! Er arbeitete für den Staat. Dass hier nur Einschleimer, Opportunisten und Sozialinkompatible rumschleichen ist mittlerweile jedem bekannt und dass nach drei Jahren Hirnwäsche nur noch vorgekauter Propagandamüll nachgeplappert wird, erklärt sich von selbst. Eigene Meinung, selbständiges Denken und Verantwortungsbewusstsein sind in den politischen Führungsetagen nur hinderlich und werden gewissenhaft aus den Hirnwindungen verbannt. Das erklärt auch seinen weiteren Werdegang. Nach der politischen Gehirnwäsche war er so meinungssediert, dass er sich wieder in „Die Welt“ zurückversetzen liess und dort wie ein Roll-Boy in den verschiedenen Abteilungen herumgeschoben wurde, Anscheinend wollte ihn niemand für längere Zeit in seiner Nähe. Aber Hartnäckigkeit siegt. Nachdem er etliche Male herumgeschubst wurde und dies anscheinend klaglos hinnahm, er blieb seinem Haus treu, bot sich Herrn Krauel die Chance. Er durfte Chef werden von irgendwas, was entfernt mit Journalismus zu tun hat. Jetzt hat er die Macht und kann sich an all den rächen, die nicht seiner Meinung waren/sind.

Leider hat ihm niemand gesagt, dass ein Chefposten nicht mit einer psychologischen Qualifikation gleich zu stellen ist. Andere müssen dafür studieren, er saugt sich seine Diagnosen aus den Fingern. Um seine fachliche Inkompetenz über die Psyche des Menschen einen glaubhaften Anstrich zu verleihen, bezieht er sich auf die Aussage eines Ludwig Erhard. Das war kein Psychologe, er war Politiker der CDU.

„Wirtschaft sei zur Hälfte Psychologie, wird Ludwig Erhard zitiert. Psychologie spielt in der Tat eine Rolle, besonders in unübersichtlichen Zeiten. Es gibt einen Charaktertypus, der im Alltag unsicher ist, aus vielerlei Gründen; ein Typus, der sehr sensibel ist, sehr begabt, rhetorisch versiert, aber der seinen Platz im Alltag nicht findet oder der sich nicht anerkannt fühlt.“

Ein weiterer Hilferuf des Herrn Krauel. Wer so unreflektiert Artikel schreiben kann, erfüllt die oben genannten Unzulänglichkeiten vollends. Er ist sicher sehr begabt, wenn er so lange im gleichen Zeitungs-Haus tätig ist, oder er wurde nur einfach inventarisiert. Dann wären wir wieder beim Kopierer.

Herr Klauer hat sich, meiner Meinung nach, zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er ist rausgefallen und seine journalistische Reputation hat eine gehörige Delle bekommen. In seinem Artikel hat er sich selber beschrieben, respektive die Unfähigkeit, andere Meinungen Gewicht zu geben. Es macht den Eindruck, dass, sobald ein Inhalt daherkommt, welcher sein Weltbild ins Wanken bringen könnte, er regelrecht panisch reagiert. Wenn dem nicht so wäre, würde er sicherlich neutraler schreiben. Aber der Artikel hat derart Schlagseite, dass seine journalistische Glaubwürdigkeit schneller untergeht wie die Titanic. Eigentlich schade, denn sonst ist sein Schreibstil ok, was die einzelnen Wörter anbelangt. Aber im satzbildenden Kontext bewegt er sich noch unter dem Bild-Niveau.

Deshalb hier noch eine direkte Anrede an Herrn Krauel, da ich ihm diesen Artikel zukommen lasse.

Sehr geehrter Herr Krauel

Es ist sehr schade, wenn ihre Welt nur aus einem Gebäude besteht. Unser Planet ist um einiges grösser und die Bewohner haben viel mehr verschiedene Meinungen als ihre PC-Festplatte speichern kann. Wenn Sie Mühe mit Fakten haben, die ihr Weltbild zerbröseln könnten, dann empfehle ich Notfall-Tropfen oder einen Besuch in einer Obdachlosen-Unterkunft. Lernen Sie, wie das Geldsystem aufgebaut ist, zu was es führt und was es bereits angerichtet hat. Lesen Sie auch den Lissaboner Vertrag. Ab Seite 43 besorgen Sie sich einen seelischen Beistand und ab Seite 80 sind regelmässige Besuche einer Supervision von Vorteil, wenn man nicht den Verstand verlieren will.
Ich wünsche Ihnen Weitsicht und die Kraft, das wahre Gesicht unserer Gesellschaft zu erblicken. Wenn Sie die Nöte der Bürger erkennen und das sind mittlerweile zig-Millionen allein in Deutschland, dann schreiben Sie Ihre Artikel und ich bin sicher, dass Ihre Wortwahl um einiges sachlicher ist als bisher. Sollte Ihnen die Realität egal, respektive für Sie nicht sichtbar sein, dann verlassen Sie ihre heile Welt und mischen sich unters Volk. Sie möchten Popularität, dann schreiben Sie über die gesetzliche Willkür, die Unfähigkeit der Politiker und die Raffgier der Geld-Konzerne. Werden Sie investigativ anstatt pflegeleicht. Wir haben schon genug journalistische Nachplapperer. Wenn Sie einer von denen bleiben möchten ist das Ihre Entscheidung und Sie müssen damit leben. Wenn Sie aber den Beruf des Journalisten als das ausüben, für was er eigentlich gedacht ist, dann werden Sie zum Volkshelden und geniessen alle Unterstützung, die sie sich vorstellen können. Nebst der öffentlichen Anerkennung Ihrer Texte, wird sich bei Ihnen auch ein Gefühl der Verantwortung einstellen und Sie die Wichtigkeit Ihres Berufes erkennen lassen. Es braucht nicht viel dazu. Etwas Mut und den Willen das Fenster ihrer Welt zu öffnen und mit wachen Augen der Realität ins Gesicht zu schauen. Das Zeug haben Sie dazu. Jetzt müssen Sie nur noch an sich glauben und dass Journalismus mehr ist, als nur eine Kopierfunktion.

Freundliche Grüsse

Zigorio


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05. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Weisser Polizist tötet unbewaffneten Schwarzen

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Die Polizei, Handlanger des Bösen
Carlos Latuff [see page for license], via Wikimedia Commons

Wenn man so durch den täglichen Medien-Wahnsinn blättert, sind die Amerikaner wieder mal omnipräsent. Nicht weil sie sich durch irgendwelche Schildbürgerstreiche lächerlich machen, sondern weil sie im Wochentakt Unschuldige ihres Volkes abknallen. Um dem ganzen noch eins draufzusetzen, werden die polizeilichen Killer von jeglicher Verantwortung ausgeschlossen. Kein Wunder gehen die Leute auf die Strasse und reklamieren. Doch anstatt sich für eine gerechte Rechtsprechung stark zu machen, tun die Gerichte und Behörden alles, um sich weiter unbeliebt zu gestalten.

Wenn die wöchentlichen Killerkommandos so weitermachen, hat die amerikanische Führung bald ihr Ziel erreicht. Eine völlige Destabilisation des gesellschaftlichen Friedens. Eigentlich wäre die Polizei dafür da, diesen zu erhalten. Keiner käme auf die Idee, dass genau diese Instanz für das Chaos zuständig ist. Die Polizei sollte böse Buben festnehmen und den ehrlichen Bürger schützen. Das Blatt hat sich gewendet. Jetzt schützen sie die bösen Buben und töten den ehrlichen Bürger. Dem sagt man Systemwechsel. Er verlief aber leider nicht so, wie es das Volk gerne hätte.

Es reicht den Amis nicht Unschuldige zu töten, sie verfolgen alle, die irgendwelche Videoaufnahmen von den Gräueltaten ins Netz stellten. Anstatt die Bilder als Beweis für unrechtmässiges Handeln zu nutzen, werden die Besitzer für die Veröffentlichung betraft. Dasselbe passierte dem Vater von Micheal Brown, der in Fergusson erschossen wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn, weil er angeblich Volkshetze betrieben hat. Tolles Rechtssystem. Da wird ein Sohn erschossen und wenn der Vater dann den Mund aufmacht, wird er als Aufwiegler bestraft.

Was geht eigentlich in den Köpfen der einzelnen Polizisten vor? Haben die überhaupt noch was in der Schale, womit es sich mit denken lässt? Ich glaube nicht. In der Ausbildung wird denen sämtlicher Gerechtigkeitssinn aus dem Hirn geblasen, eine hierarchische Unterwerfung eingebläut und der Bürger als generelle Gefahr angesehen. Wer diese Sachen alle vorbehaltslos glaubt, respektive über sich ergehen lässt, hat in meinen Augen einen Intelligenz-Quotienten einer Bananenschale. Das hat aber auch einen Vorteil. Man kann hirnlos in der Gegend rumballern und braucht sich (kann sich) keine Gedanken darüber machen, was man mit seinen bleihaltigen Argumenten anrichtet.

Das Töten durch Polizisten wird in den USA weitergehen, denn sie verfolgen ein Ziel damit. Eine komplette Verunsicherung des Volkes. Sie wollen generelle Angst im Land säen. Die vermeintlichen Bombendrohungen, Terrorwarnungen und erfolgte Explosionen haben zu wenig Wirkung gezeigt. Das amerikanische Volk weiss mittlerweile, dass alle Anschläge von der US-Regierung selber in Auftrag gegeben wurden und glauben den Terrordrohungen nicht mehr. Also muss man mit anderen Mitteln die Ängste schüren. Man erschiesst willkürlich das eigene Volk. Mit der Zeit traut sich keiner mehr auf die Strassen, weil er Angst hat, als nächstes strategisches Opfer den Kopf hinhalten zu müssen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Querulanten in den FEMA-Camps einziehen müssen und dort ihrem langsamen Tod überlassen werden. Verpflegung, sanitäre Einrichtungen und medizinische Versorgung gibt es praktisch keine in den Camps. Man macht es wie in New Orleans nach dem Sturm Kathrina. Die Menschen wurden in einem grossen Stadion reingepfercht und dort ihrem Schicksal überlassen. Kein Wasser, kein Essen, nur viel Militär, welche das eingesperrte Volk am Ausbüchsen hinderte. Die Amis haben in der Vergangenheit diverse Szenarien geübt mit reellen Opfern. Einzig zum Zweck, ein totale Kontrolle des Volkes zu erreichen. Nächstes Jahr dürfen sich die Amerikaner über 30‘000 Drohnen im eigenen Land freuen. Das amerikanische Militär hat entsprechende Bewilligungen beantragt.

Dann müssen sich die armen Polizisten nicht mehr mit ihren Killerallüren exhibitionieren. Die Drohnen werfen einfach ein Päckchen ab und Bumm das Problem hat sich erledigt. Amazon will seine Artikel zukünftig mit Drohnen ausliefern lassen. Ein tolles Übungsumfeld. Als Empfänger hat man den Nervenkitzel Bombe oder Bestellung. Ich tippe auf Bombe. Das eigene Volk ist nur noch lästig, kostet Unmengen an Geld, behindert den skrupellosen Handel, will sauberes Wasser aus dem Hahn und keine Fracking-Plörre, hat die Schnauze voll von den unzähligen sinnlosen Kriegen der US-Regierung und schlussendlich glauben sie den Obrigkeiten kein Wort mehr. Solch ein undankbares Pack ist der US-Führung ein Dorn im Auge und verzögert nur sinnlos die hegemonischen Absichten der Obrigkeit.

Der Friedennobelpreisträger Obama mit den meisten Toten auf dem Konto ist aber nur die Vorhut der Volksschlächterei. Wenn seine Amtszeit beendet ist, will die weisse Pest auf den Thron. Ihr Name ist Hillary Clinton und ist sozusagen das i-Tüpfelchen der Volksschlachterei. Ihre Skrupellosigkeit, Verlogenheit, Geltungssucht und Grössenwahn hat sie in der Vergangenheit schon öfters bewiesen. Sie wird der neue Dr. Mengele der amerikanischen Politik und das Desaster für den Rest der Welt. Da kann sogar die Frau Merkel noch was lernen. Mit ihrer DDR-Mentalität führt sie Deutschland in den Abgrund, genau gleich wie Honegger die DDR ruiniert hat. Sie hat ja nichts anderes gelernt. Woher soll sie denn eine Demokratie kennen? Ihr Denken ist mauerlastig und nicht geeignet einen entfernten Horizont zu erblicken. Ihre politische Weitsicht endet an der Kante des bundestäglichen Redepults. Aber bald kann sie der Hillary ein paar Tricks abschauen. Dann wird das willkürliche Killen auch in Deutschland losgehen. Wetten?


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04. Dezember 2014 erschienen in:Handelsblatt

Physiker warnt vor künstlicher Intelligenz

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Stephen Hawking
By Doug Wheller [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Wenn der Physiker Stephen Hawking etwas sagt, dann hört die Welt zu. Sind es wissenschaftliche Sensationen, die den Menschen nicht direkt betreffen, werden seine Äusserungen eins zu eins übernommen. Sollte aber seine Erkenntnis das Handeln der Menschheit betreffen, werden seine Meinungen unter vorgehaltener Hand leicht belächelt. Nachzuprüfen in verschiedenen Artikeln zu seiner letzten Äusserung. Dabei finde ich persönlich diese Warnung mehr als nur zukunftsorientiert.

Die Entwicklungen der Robotertechnik und der dazugehörenden Software machen Riesenschritte. Möglich wurde dies erst in den letzten Jahren mit der rasanten Zunahme an Rechenleistung und Speicher, sowie die Entwicklung von Verbundstoffen, die verschiedene Fähigkeiten in einem Endprodukt vereinen. Intelligenter Plastik, der immer in seine Grundform zurückkehrt, egal wie man ihn verbiegt, oder „cheetah“ der schnellste Laufroboter. Das unheimliche Ding sprintet wie ein Gepard, daher der Name. Zur Zeit liegt der Geschwindigkeitsrekord bei über 40 km/h. Das Serienmodell läuft „nur“ 19 km/h, aber dafür lange. Die USA wollen das Ding zur Überwachung einsetzen. Den grossen Bruder, einen sechsbeinigen, lauten und langsamen Lastesel, haben sie schon.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Errungenschaften wie künstliche Muskeln, Gesichtsmimik, fast perfekt menschliches Aussehen und diverse Software, welche die einzelnen Techniken steuern. Was jetzt noch fehlt ist die Vereinigung von all den Techniken und wir haben einen echten „Terminator“. Hier scheint es noch ein paar Platz- und Energieprobleme zu geben, aber wenn die bewältigt sind, dann können wir uns auf was gefasst machen. Ich denke, nichts Gutes.

Neben der Hardware ist, wie bereits betont, die Software massgeblich für den Erfolg, der neuen Techniken verantwortlich. Nebst den Steuerprogrammen von Robotern, die momentan unser Leben noch nicht direkt beeinflussen, sind andere Algorithmen am Werken, die uns direkt täglich betreffen. Zum Beispiel der Börsenhandel. Heute wird er hauptsächlich nur noch von Computern getätigt. Die sind viel schneller als die menschlichen Kontrahenten auf dem Parkett und die eingesparten Sekunden sind Millionen Dollar wert. Es ist schon so weit, dass die Programme untereinander konkurrieren. Dort geht es um Millisekunden. Banaler läuft es in den ganzen Verwaltungen ab. Aber auch dort werden alle Daten von Maschinen in den Systemen herumgeschoben. Die Rente, die Versicherung, der Lohn, die persönliche Identifikation, eigentlich alles, was unser öffentliches Leben betrifft. Selbst das Private wird dank den ganzen Social-Medien-Plattformen verwaltet und pfuscht dem einen oder anderen immer wieder mal in die Zukunfts-Pläne.

Mir graust‘s vor dem Moment, wenn die einzelnen Komponenten vernetzt werden. Ok. Ist auch schon am Laufen. Einige Kühlschränke bestellen schon selbständig oder andere Hardware meldet sich beim Hersteller und verlangt einen Service. Das sind erst Anfangsstadien. Südkorea hat letzthin mit einer Meldung Schlagzeilen gemacht:
Grenzschützer für Südkorea: Samsung entwickelt ersten Terminator
Dazu als Schmankerl noch ein paar technische Nettigkeiten. Ausgerüstet mit verschiedenen Waffensystemen, Infrarot, kann mehrere Ziele gleichzeitig angreifen und trifft auf 3,2 Kilometer. Willkommen im Terminator-Zeitalter.

Bei uns Menschen sieht es auch nicht besser aus. Die Medizin erweitert ständig ihr Austausch-Repertoire. Gedankensteuerung, Implantate, Prothesen und so weiter sind verfügbar und müssen nur noch optimaler vernetzt werden. Die Schnittstelle Mensch-Computer ist noch zu wenig ausgereift. Aber die Wissenschaft arbeitet mit vielen Mitteln daran.

Wenn ich mir die vorhandenen Techniken anschaue, die wissenschaftlichen Bestrebungen, dann sehe ich eine düstere Zukunft. Der Mensch wird immer mehr aussortiert. Solange mit Einzelteilen versorgt, bis der gesamte Organismus aufgibt. Und je mehr Technik wir im und am Körper haben, umso mehr kann und wird von aussen gesteuert. Schlussendlich machen wir nur noch das, was uns aufgetragen oder erlaubt wird. Der eigene Wille spielt dann keine Rolle mehr. Die „Fremd-Konditionierung“ ist dann zu gross, als dass man sich dagegen auflehnen könnte. Ähnlich wie ein Süchtiger. Der Körper steuert das Verhalten, der den Süchtigen einzig zur Suchtbefriedigung nötigt. Es ist dem Körper egal, was der Verstand denkt. Genau gleich wird es mit unserer „Programmierung“ sein. Die Testläufe haben wir mit Bravour bestanden. Der Grossteil der Menschheit macht Dinge, die sie eigentlich gar nicht machen wollen. Das fängt mit früh aufstehen an geht bis zur mehrstündigen, täglichen, medialen Hypnose-Therapie. Alles Dinge, für die der Mensch Zeit aufbringt, obwohl das gar nicht in seiner Natur liegt. Das sind alles künstliche Strukturen, die nichts Natürliches haben, aber auf die wir erfolgreich konditioniert wurden. Eine Meisterleistung von Massenmanipulation.

Diese Erkenntnis wurde in die Börsen-Algorithmen eingebaut, wie Arbeitsleistung, Ausfallrisiko, Belastbarkeit und solche Sachen. Der Mensch hat einen berechenbaren Wert bekommen. Die Computer brauchen den. Sie können nichts mit Individualitäten anfangen. Ein Mensch kostet soviel, basta. Es wurde den Computerhirnen auch gesagt, dass der Profit so lange wie möglich dauern soll. Ohne Rücksicht auf tatsächlich vorhandene Ressourcen. Das bestätigt die Tatsache, dass der Börsenhandel mindestens zehn Mal so hoch taxiert ist, wie das eigentliche Brutto-Sozialprodukt des gesamten Planteten. Sollten die heiligen Handels-Orakel mit ihren unmenschlichen, algorithmischen Berechnungen zu dem Resultat kommen, dass wir Menschen ein zu hoher Kostenfaktor sind, dann sehe ich schlechte Karten für den Homo Sapiens.

Ich kann nur hoffen, dass der Börsen-PC niemals auf die Idee kommt, eine Kostenoptimierung durchzuführen. Dazu beauftragt er die blecherne Wildkatze, die in Massen hergestellt und verteilt, diese Aufgabe im Handumdrehen erledigt hat. Da können die privaten Haushalte noch so viele Waffen haben. Wenn eine wildgewordene Blechkatze einen im Visier hat, sinkt die Überlebenschance gleich null. Solche technischen Meisterleistungen machen jedes Weichziel (wir Menschen)zum willenlosen Befehlsempfänger mit Ablaufdatum. In der Star Trek-Welt gibt es die Rasse der Borg. Das wäre der Höhepunkt einer willenlosen, zentral gesteuerten Gesellschaft, die mit einer Unzahl an optimierenden Implantaten ausgerüstet ist. Eine angstmachende Vorstellung einer möglichen menschlichen Entwicklung.

Also hören wir besser auf die Warnungen von Stephen Hawking.


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03. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

Bärli-Werbung empört Anti-Rassismus-Aktivisten

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Der Bär des Anstosses
by Zigorio (Screenshot)

Den Schweizern wird gerne nachgesagt, sie seien „Bünzlis“. Übersetzt heisst das engstirnig, unflexibel, intolerant oder anders ausgedrückt, Bünzlis sind Menschen, die keine Meinung haben und sich deshalb auf die Normen von anderen berufen und richten müssen. In manchen Regionen wird das „Bünzlitum“ höher gewertet als das Gesetz und jetzt hat dieses Denken sogar die Farbenauswahl erreicht.

Opfer der falschen Farbwahl ist die Migros, ihres Zeichens grösster Detailhändler in der Schweiz. Sie haben einen Teddybär zweifarbig abgelichtet, darunter ist die Farbe Braun und diese Bilder für eine Werbekampagne benutzt. Dachte sich niemand was Schlimmes dabei, aber die Macher unterschätzten die Energie von bünzligen Profi-Nörglern mit ihren abstrusen Weltansichten. Dazu ein Auszug aus dem Artikel:

„Am 25. November trafen darum Vertreter verschiedener Anti-Rassismus-Organisationen in Zürich Vertreter der Migros. Die Delegation überbrachte der Migros einen offenen Brief mit rund 90 Unterschriften. Hintergrund der Empörung sind Werbeplakate aus der Kolonialzeit, an die die Migros-Kampagne die Anti-Rassismus-Aktivisten erinnert.“

Aha! Diese Leute werden an die Kolonialzeit erinnert. Wie alt sind den diese Aktivisten? Die müssten alle weit über hundert Jahre auf dem Buckel haben. Zudem sollten sie mir mal zeigen, welches Plakat aus der Kolonialzeit einen zweifarbigen Teddybär hat, an das sie erinnert werden. Ich bezweifle, dass diese Leute sich überhaupt an irgendetwas erinnern können. Kopflastige Hohlräume sind nicht dazu geeignet, Informationen zu speichern. Das Einzige, was man aus solchen Mündern hört ist das Echo ihrer leeren Hirnschale.

Nun haben sie sich auf die Farbe Braun eingeschossen. Das kann ja heiter werden. Wenn ich eine Schokolade esse, werde ich als symbolischer Kannibale beschuldigt? Oder wenn mein selbstgemachtes Brot zu dunkel wird, bekomme ich dann eine Klage weil ich die braunen Laiber Menschenverbrennungen zeigen? Dann könnte das Anschneiden des Brotes eine Enthauptung von Negersklaven darstellen. Oder mein Gang au’s Klo. Wenn ich mich meines braunen Abfalls entledigt habe ist das ein symbolisches Waterboarding?

Ich weiss nicht, was in den Hohlräumen von solchen Menschen rumschwirrt, die einen solchen Stuss von sich geben. Vermutlich nur zwei bis drei Fliegen. In der Regel sind das Menschen, die zu viel Zeit haben, nicht wissen was damit anfangen, sich selber nicht ausstehen können und die eigenen Fehler bei anderen suchen. Zudem haben sie genug Geld und müssen sich nicht um den täglichen Überlebenskampf kümmern. Sonst hätten sie andere Probleme. Aber wenn sie mit solchen Spitzfindigkeiten ihren Tag zumüllen können, dann haben sie von allem genug, Zeit, Geld und Dummheit. Mit den jüdischen Vereinigungen ist es genau das Gleiche. Sobald man den Buchstaben „J“ in den Mund nimmt, sind sie schon am geifern. Wenn man an das „J“ noch ein „ü“ dranhängt, sind die verbalen Prügel vorprogrammiert.

Die Rassismus-Fetischisten tröten ins genau gleiche Horn. Wenn die so weitermachen und damit noch Erfolg haben, dann gibt es bald keine Braunhaarigen mehr, Solarien machen dicht, braune Fassaden müssen überstrichen werden, alle Hölzer werden verboten, die Marke „Braun“ verschwindet und alle mit dem Namen „Braunwalder“ müssen sich umtaufen lassen. Keine braunen Schuhe mehr, braune Socken, was ich noch verstehen kann und im besten Fall, kein braunes Gedankengut mehr. Da stolpern sie aber über ihre eigenen Ideale.

Es ist schon interessant was sich für abstruse Vorstellungen bilden, wenn man sinnlos in den Tag reinleben kann. Richtige Arbeit, also Wertschöpfung ist ihnen unbekannt. Sie lassen sich lieber von Spenden durchfüttern. Schauen Sie sich mal die Köpfe mit den Lebensläufen an und man erkennt schnell, dass solche Leute vom eigentlichen Leben so viel Ahnung haben, wie ein Bügeleisen vom Fliegen. Sie könne sich selber ein Bild davon machen, wie die Rassismus-Philosophen auftreten, respektive die Selbstdarstellung. Dabei bedienen sie sich Klischees, die sie selber verurteilen.

Ich bin selber auch gegen Rassismus. Aber die hirnlose Propagierung irgendwelcher, arbeitsscheuer Hörsaal-Philosophen macht sämtliche erfolgreiche Arbeit gegen Diskriminierung zunichte. Möchte mal wissen, was die Damen und Herren den ganzen lieben Tag so machen. Arbeiten? Wertschöpfung? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Auf jeder Webseite von diesen „Wir-haben-uns-so-lieb-Aktivisten“ wird ausdrücklich auf Spenden hingewiesen. Dem sage ich Schmarotzer höchsten Grades. Selber nicht was auf die Reihe bringen, aber anderen auf dem Geldsäckel liegen, die hat man gerne. Soll mir einer was zeigen, was diese studierten Realitäts-Allergiker für die Nachwelt wertvolles geschaffen haben. Es muss nicht nur materiell sein, das können sie eh nicht, wenn sie andere anbetteln müssen, auch Ideale oder Selbstlosigkeiten ihren Mitmenschen gegenüber stellen einen Wert dar. Da gibt es praktisch nichts, was für die Nachwelt von wert wäre. Würde von einem Tag auf den anderen diese Rassismus-Organisationen verschwinden, keiner würde es merken, geschweige denn vermissen. Das sagt eigentlich genug aus, über die gesellschaftliche Bedeutung solcher studierter Sinnlosigkeiten.

Die Aktion gegen die Migros unterstreicht meine Vermutung, dass diese Vereinigungen nur dazu da sind, die eigene Zeit totzuschlagen, andere zu belästigen, weil sie mit ihrem eigenen Dasein nichts Gescheites anfangen können und anderen ihren erreichten Frieden missgönnen. Aber eben, bei so alten Leuten, die noch aus der Kolonialzeit stammen, kann man nichts anderes erwarten. Da ist der moderne Zeitgeist irgendwo im letzten Jahrhundert hängen geblieben. Ich denke, irgendwo in den 40ern.


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02. Dezember 2014 erschienen in:20 Minuten

UNO stoppt Nahrungshilfe an 1,7 Mio. Flüchtlinge

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Zuerst die Eltern totgehungert, dann die Kinder verkauft
By Afghanistan Matters from Brunssum, Netherlands) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Ein weiteres Kapitel im Buch „die Unfähigkeit des Menschen“. Die Meldung, dass der UNO das Geld ausgeht und sie die Flüchtlinge nicht mehr unterstützen können, ist ein weiterer Meilenstein des menschlichen Versagens. Eigentlich unfassbar. Laut Artikel fehlen um die 64 Millionen Dollar. Kleingeld könnte man meinen. Bei den heutigen Milliardenausgaben für Rüstung und Banken wirken die paar Millionen schon lächerlich. Die UNO verfügt sonst selber über ein Milliarden-Budget, aber sie sind sozusagen pleite.

Nicht weil sie sinnlos das Geld zum Fenster rausschmissen, ok das machen sie auch, aber das ist dieses Mal nicht der eigentliche Grund. Der Auslöser dieser finanziellen Panne sind die Mitgliedsstaaten, welche ihre Beiträge nicht bezahlen Allen voran wieder mal die Amerikaner. Ist schon klar. Die haben auch kein Geld mehr. Einzig die Notenpressen sorgen für etwas Geldfluss, der Rest ist alles auf Pump. Wer gibt denen überhaupt noch Geld? Man könnte es auch verbrennen. Das Resultat ist das Gleiche. Man ist seine Kohle los.

Die Amerikaner und andere Länder unterstützen die Kriegsparteien mit Waffen und Munition und sind eigentlich die Auslöser des Flüchtlingsdramas. Ohne ihre Kriegstreiberei hätten wir nicht die Hälfte an Flüchtlingen auf der Erde. Aber mit ihren Friedensbemühungen knallen sie lieber Menschen ab, als ihnen Nahrung zu geben. Ist in den Augen der Volksmörder effizienter. Ein Toter hat keinen Hunger mehr, ein Flüchtling kommt jeden Tag und nervt. Jetzt kommt noch die kalte Jahreszeit und hilft den Schlächtern bei der Flüchtlingsdezimierung. Der kommende Winter wird für viele der Letzte sein. Hunger und Kälte sind äusserst wirkungsvoll, wenn es um das Beseitigen von unerwünschten Zusatzaufwendungen geht.

Es ist nicht nur die Politik, die sich menschenverachtend zeigt. Am meisten prangere ich die raffgierigen Volksschmarotzer mit Krawatte und Pelzmantel an. Letzthin hat ein Finanzjongleur einen Bonus von über 70 Millionen Dollar erhalten und dass noch, obwohl er in seinem Job versagt hatte. Er allein könnte die Finanzlücke schliessen. Die Reichsten in Deutschland würden die 70 Mio. nicht mal merken, wenn sie die spenden würden. Die bezahlen so einen Betrag aus der Portokasse. Aber sie machen es nicht.

Ich würde die Kapitalisten gerne mal fragen, ob sie sich wohl dabei fühlen, wenn auf ihren Konten sich das Geld ansammelt und dafür andere ins Gras beissen. Wie skrupellos muss man sein, um der menschlichen Tragödie einfach zuschauen zu können und nicht den Funken von Anteilnahme und Verantwortung haben. Sie besitzen genug, um den Rest ihres erbärmlichen Lebens in Saus und Braus führen, schaffen es nicht mal, das ganze Vermögen zu verprassen, aber sie sind geizig, egoistisch und bekommen den Hals nicht voll genug. Dass sich solche Leute überhaupt noch im Spiegel anschauen können, zeugt von sozialer Verwahrlosung höchsten Grades. Die meisten raffgierigen Geldhaie erfüllen die notwendigen Voraussetzungen um als Geisteskrank diagnostiziert zu werden.

Ein gutes Beispiel für die komplette geistige Umnachtung ist unser Winzig-Weich-Billy. Er vergiftet die Menschen lieber mit seinen Impfprogrammen, als den Menschen etwas zu Essen zu organisieren. Er allein könnte die ganze Flüchtlings und Hungersnot auf der Welt finanziell bekämpfen. Wenn ich dann noch die kranken Hirne der 100 Reichsten dazu nehme, dann hätten wir heute Verhältnisse wie im Star Trek Universum. Kein Hunger, keine Krankheit, keine Armut, Vollbeschäftigung für alle und ein sozialer Frieden, dass es schon fast kitschig wirkt. Die Vermögendsten könnten auf einen Schlag die ganze Welt retten. Tun sie aber nicht, weil sie mit Mord und Totschlag mehr verdienen, als mit einem weltumspannenden Frieden.

Vor einiger Zeit konnte man einen Millionenbetrag an den Obergauner Warren Buffet bezahlen, um mit ihm zu speisen. Selbstbeweihräucherung der geisteskranken Art. Andere Promis machen das auch und finden sich so toll dabei. In Deutschland sind die Reichsten etwas ruhiger. Sie verstecken sich in ihren Palästen und zeigen sich nur, wenn genug Wachpersonal rumsteht oder sie unter Ihres gleichen wandeln können. Die grössten Kapitalhuren der BRD, wie die zwei Medientussies, der exAWD-Gauner, die Lebensmittelbarone und die bleichen Giftkonzern-Mengeles zeigen sich praktisch gar nicht mehr in der Öffentlichkeit. Haben sie auch nicht mehr nötig. Die pudern sich nur noch gegenseitig die Hämorriden. Sollte ein Handlanger benötigt werden, für irgendeine Drecksarbeit, dann wird ein Politiker mit Banknotenbündeln gesteinigt, bis er dankend um Gnade winselt. Hauptsache das Geld flutscht zwischen den braun verschmierten Fingern hin und her und bleibt dem Volk vorenthalten.

Die Tatsache, dass es genug Geld hätte um allen Menschen zu helfen, aber lieber Wenige die Kohle für sich behalten, obwohl sie schon lange genug haben, zeugt von dem nichtvorhandenen Verantwortungsbewusstsein dieser Volksmörder. Egoismus in seiner perversesten Form. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Politiker, die Gelder gerecht zu verteilen und für das Volk zu sorgen. Sie wurden für diese Aufgabe gewählt (von wem auch immer), aber machen genau das Gegenteil. Sie lügen, rauben, töten was das Zeug hält und wundern sich dann auch noch, wenn jemand reklamiert.

Mit solchen Unverantwortlichkeiten in Politik und Wirtschaft ist das Flüchtlingsdrama nur logisch. Es wird sogar noch zunehmen. Allein in Deutschland müssen kommenden Winter über 400‘000 Menschen ohne Strom auskommen, weil sie die Kosten nicht mehr stemmen können. Im Frühling wird man die eingefrorenen Menschen entsorgen und sich deren verbliebenes Hab und Gut unter den Nagel reissen. Ich denke in den kommenden Monaten sterben mehr Menschen in ihren Wohnungen als Obdachlose auf den Strassen.

Aber der Michel schluckt auch diese Pille und opfert sich gerne, um die Reichen in ihrer Raffgier zu unterstützen. Die Kinder werden den Mittellosen weggenommen und an die Bonzen verschachert. Ist heute bei denen in Mode. Kinder machen gilt als unschick. Gibt ‚nen dicken Bauch, silikonverseuchte Milch und die frisch herausgeschnittenen Balgen stinken einem die Bude zu. Da ist es viel Vorteilhafter, sich stubenreine Kinder anzuschaffen. Die können schon sprechen, brauchen keine Windeln mehr und sind willkommene Statisten bei den ausschweifenden Sexpartys.

Die Thematik heute verführt mich zu dem Spruch, den ich in letzter Zeit immer öfters in den Kommentare lese: Ich kann gar nicht so viel essen, wie kotzen möchte!


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01. Dezember 2014 erschienen in: Lebenskreise

Der Tod als Lehrmeister

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Der Sensenmann vergisst niemand
By 1ur1 (Own work) [CC-BY-2.0 ], via Wikimedia Commons

Letzthin fand ich einen Artikel in unserem Lokalblättchen, dessen Thema schon zig Mal diskutiert, beschrieben, bewertet und verurteilt wurde. Je nach dem zu welcher Fraktion man sich zählt. Gemeint ist das Thema „Sterbehilfe“ und der eigene Tod. Hier gehen die Meinungen Lichtjahre auseinander, wobei das Tragische nicht die die verschiedenen Ansichten sind, sondern mit welchen Argumenten die Verteidiger der einzelnen Meinungen ihre Ansichten vertreten. Den Wenigstens ist dabei bewusst, dass sie irgendeine Ideologie nachplappern, deren Sinn sie für ihr Weltbild zurechtgebogen haben und es bequem ist, die Verantwortung über den eigenen Tod irgendjemanden zu übertragen.

Man erkennt die unmündige Haltung gegenüber dem Tod aufgrund der Tatsache, wie in der Gesellschaft damit umgegangen wird. Darüber reden ist unangenehm, darüber zu schreiben noch mehr. Wenn man in der Öffentlichkeit über den Tod spricht, passen sich die physiognomischen Gesichtszüge automatisch dem Inhalt an. Die Mundwinkel ergeben sich der Erdanziehung, die Stimme wird leiser, der Augenkontakt selten. Warum eigentlich? Das haben wir diversen Ideologien, Besserwissern und kollektiven Angsthasen zu verdanken.


Ideologie

Darunter verstehe ich die verschiedensten Formen von Religion. Bei uns ist das Christentum vorherrschend. Die Masse huldigt einen gekreuzigten, gefolterten und leblosen Körper an, der überall in der Landschaft steht oder irgendwelche Räume optisch in Folterkeller verwandelt. Das Christentum und seine Anhänger haben während hunderten von Jahren ihr mörderisches Handwerk perfektionieren können. Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen konstruktiven Umgang mit dem Tod. Den haben sie auch, aber nur den Tod von anderen, nicht den eigenen. Diese Religion ist derart mit Scheinheiligkeit durchzogen , dass die eigentliche Philosophie des Christentums unter einem Berg von Lügen, Machtgeilheit, Hormonen und Raffgier begraben liegt. Da ist ein aufklärender Dialog unmöglich, egal welches Thema man anschneidet. Beim Tod sülzen die Pfaffen irgendwas von Auferstehung, Himmel und Hölle. Aber kein einziges Wort, wie man sich auf seinen Tod vorbereitet, damit man ihn mit einem Lächeln begrüssen kann. Aber eben, schon Lächeln ist bei den Christen verpönt. Und das noch im Zusammenhang mit dem eigenen Tod, da kommt jeder Christ an seine Grenzen.


Besserwisser

Das sind die in Weiss. Sie nennen sich Ärzte und kommen oft mit dem Tod in Begleitung. Manchmal ist es nicht ganz klar, wer denn nun der Sensenmann ist. Man könnte meinen, die zwei sind in einen Wettkampf verwickelt. Wer ist schneller, wer ist effizienter. In machen Spitälern kommt der Tod nicht mal auf einen Podestplatz. Die Ärzte machen ihm schlicht den Rang streitig, die meisten Menschen um die Ecke gebracht zu haben. Unterstützt werden sie noch von den Pharma-Giftmischern, die eine Unzahl an Mittelchen bereitstellen, um die Kundschaft gewinnbringend abserbeln zu lassen. Kein Wunder hat Gevatter Tod in den Human-Metzgereien keine Chance. Er ist Einzelkämpfer und muss sich gegen eine Überzahl Weisskittel behaupten, das ist unfair.


Angsthasen

Da ist der Rest der menschlichen Unmündigeiten gemeint. Respektive diejenigen, welche bei diesem Thema ins Stottern kommen oder krampfhaft einen rhetorischen Richtungswechsel erreichen möchten. Sie haben immer noch das Gefühl, wenn man etwas nicht anspricht, erledigt sich das von selber. Das stimmt. Der Tod braucht keine Worte, er macht einfach seine Arbeit. Für die meisten Menschen kommt er aber unverhofft und sie erschrecken bis ins Mark. Es können sich diejenigen glücklich schätzen, bei denen der Tod blitzartig zuschlägt und man nicht mal Zeit hat, den eigenen Tod zu realisieren. Oder die, welche am Abend einschlafen und einfach am anderen Morgen nicht mehr aufwachen. Die Meisten wünschen sich die Einschlaf-Methode. Ist bequem, verantwortungslos und zum Glück eher selten. Da sind die tödlichen Blitzaktionen noch häufiger anzutreffen. Auch die sind sehr luxuriös für den Sterbenden und entbinden ihn vor jeglicher Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Zack und fertig.

Das sind die Sterbe-Jack-Pots. Wer unvorbereitet und gedankenlos ins Nirwana wandern darf, hat einfach nur Glück gehabt. Für den Rest wird es weit unangenehmer. Sie wollen mehr über den Tod wissen und trauen sich nicht darüber zu sprechen. Und wenn sie den Mut aufgebracht haben, dann geraten sie entweder an einen, der gleich angezogen ist wie Gevatter Tod und die ganze Zeit das Blaue vom Himmel lügt oder die andere Fraktion, die Heilung verspricht aber den Tod bringt. Aber es gibt auch noch eine Alternative.


Sterbehilfe

Es gibt mittlerweile einzelne Organisationen, die sterbebereiten Menschen keinen heuchlerischen Schmus erzählen, sondern sie in ihrem Wunsch selbstbestimmt und in Würde zu sterben unterstützen. Es ist ein Armutszeugnis der menschlichen Gesellschaft. Da braucht es eine Institution um den Menschen ein respektvolles Sterben zu ermöglichen. Seit Jahrhunderten verhindern Ärzte, Religionsfanatiker und Politiker ein menschengerechtes Dahinscheiden. Nur mit dem Ziel Macht auszuüben, Geld zu verdienen und einfach gesagt die Sterbenden für dumm zu verkaufen. Noch nie war es den Besagten wichtig, den Menschen über seinen Tod aufzuklären, ihn in der Vorbereitung zu begleiten und ihn in seinem Wunsch zu unterstützen. Eine verachtenswerte Bande .
Die Mitarbeiter von Sterbe-Organisationen machen eine der wichtigsten Aufgaben auf der Welt. Ein würdevolles Ableben ermöglichen. Dabei stehen sie oft mit einem Bein schon im Gefängnis. Sie müssen enorm aufpassen, nicht eine Handlung zu begehen, welche gegen sie verwendet werden kann. Die drei Vasallengruppen von Ärzten, Pfaffen und Ignoranten warten nur darauf, bis sie was finden. Deshalb sind die Sterbehelfer in ihren Aktionen derart eingeschränkt. Sie können nur bedingt auf die Wünsche des Todeskandidaten eingehen. Das Gesetz schmeisst ihnen hier baumdicke Knüppel zwischen die Beine. Ich kann nur jedem raten, solche Organisationen zu unterstützen. Denn ausnahmslos jeder wird eines Tages davon profitieren können, wenn er nach seinen Wünschen sterben darf.


Ein würdevolles Sterben

Ich durfte selber miterleben, wie ein totkranker Mensch von den Vasallengruppen behandelt wird. Es war das nackte Grauen. Mir wurde die Ehre zu Teil, diesen Menschen in seinen letzten Monaten seines Lebens begleiten zu dürfen. Es war sein Wunsch. Wir verbrachten viele gemeinsame Stunden mit Gesprächen über den Tod und über das Leben. Ich erzählte mein Wissen darüber, reflektierten zusammen die Sterbekulturen verschiedener Völker, bis die totkranke Person ihr Sterberitual gefunden hatte. Wir spielten zusammen dieses Ritual durch, passten es an, bis auf den Lippen des Sterbenden ein Lächeln lag, wenn er über den eigenen Tod sinnierte. Wir hatten gemeinsam einen Weg gefunden, Gevatter Tod willkommen zu heissen. Die Einzigen welche sich dem Weg widersetzten waren die Ärzte und Pfaffen.
Ein Wunsch war es, zu Hause in der vertrauten Umgebung zu sterben. Das war das erste Problem. Die Ärzte versuchten mit allen Mitteln ihre Verdienstquelle zu behalten. Und der Spitalpfaff wollte mir unbedingt ein schlechtes Gewissen einreden. Nach seiner Ansicht war ich das Böse, was den Sterbenden von Gott wegführte. Ich erinnerte ihn an seine pädophilen Verpflichtungen und von da an hatten wir vor ihm Ruhe. In einer „Nacht und Nebel Aktion“ holten die Angehörigen und ich den Patienten aus dem Spital, ignorierten die vielen Zettelchen, welche wir unterschreiben sollten. Uns wurde sogar mit der Polizei gedroht und ich drohte mit meinem schon öfters beschriebenen Diktiergerät. Einzelne Aussagen von behandelnden Ärzten hatte ich auf Band und waren derart unter der Gürtellinie, dass sie ihre Drohungen in frustrierte Beschimpfungen umwandelten.

Die nächsten Tage verbrachte ich am Sterbebett des Totkranken bei ihm zuhause und begleitete ihn zusammen mit den Angehörigen auf seinem letzten Weg. Am dritten Tag schloss er friedlich die Augen. Gevatter Tod hatte seinen Schrecken verloren und wurde herzlich begrüsst. Alle Angehörigen waren zutiefst berührt über den glücklichen Gesichtsausdruck des Verstorbenen. Kein Zeichen mehr von Angst, Ungewissheit und Festklammern. Entgegen der abendländischen Gewohnheit , die Toten noch warm unter die Erde zu bringen, vereinbarten wir mit dem Bestattungsinstitut, dass der Leichnam elf Tage aufgebahrt wird, bevor man ihn in den Ofen schiebt. Die Körperenergien brauchen eine gewisse Zeit, bis sie den Körper verlassen haben, was spätestens nach elf Tagen passiert ist. Erst dann ist der Tote eine leere Hülle und darf kremiert werden.


Eigene Vorbereitung auf den Tod

Da gibt es einige Möglichkeiten. Es kommt ganz darauf an, wie man zu diesem Thema steht. Grundsätzlich sollten jegliche himmlische Gedanken hinterfragt werden. Ohne Gott stirbt sich’s einfacher. Man muss sich nicht an sinnlose Regeln halten oder Frömmigkeit heucheln, die man noch nie besessen hat. Der Tod verliert seinen Schrecken, wenn man ihn gedanklich in diversesten Varianten durchgespielt hat. Stellen Sie sich mal vor zu ertrinken, zu verbrennen, erschossen zu werden, zu verbluten und sonstige Möglichkeiten, wie man dem Leben Adieu sagen kann. Je detailreicher umso besser. Machen Sie das auch mit ihren Liebsten. Stellen Sie sich den Verlust vor, wenn jemand geht, den sie lieben. Lernen Sie die aufkommenden Gefühle kennen und schauen Sie, wie Sie sich in so einer Situation verhalten. Sie können schon zu Lebzeiten lernen mit dem Tod umzugehen. Nicht erst wenn er da ist. Dafür ist dann die verbliebene Zeit zu kurz.


Der Tod als Lehrer

Mein Lebensweg hat sich dafür entschieden, dass ich mehr mit Toten, respektive ihren Angehörigen zu tun habe, wie mit Neugeborenen. Meine Erlebnisse und Erfahrungen während und nach dem Tsunami in Asien haben mir eine andere Sicht über den Tod gegeben. Der Anblick von tausenden Opfern und deren Angehörige, welche in den Leichenbergen nach ihren Liebsten suchten, waren traumatisch. Ich kämpfe heute noch mit den Bildern, den Gerüchen und Klängen dieser Tragödie. Aber es zeigte mir auch, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit dem Tod ist.

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Über 5000 Himmelskerzen, für jedes Opfer eine, by Zigorio

Ein Jahr später kamen sehr viele Touristen wieder, welche jemanden verloren hatten und beendeten bewusst ihre Trauerarbeit. Ich arbeitete auf einem Tauchboot und am 25. Dezember durfte ich eine Familie begleiten, die ihre Mutter/Ehefrau verloren hatte. Der Vater sagte zu mir:

„Wir haben ein Jahr getrauert und nun gehen wir zusammen tauchen, weil es das schönste Hobby seiner Frau war und sie sicher nicht wollte, dass die Familie dieses Hobby aufgrund der Tragödie aufgibt.“

Es war einer der bewegensten Tauchgänge für mich und ich flutete die Maske mehrmals mit meinem eigenen Salzwasser. Es erweckte sogar den Eindruck als begleite uns Tierwelt unter Wasser in diesem Ritual. Wir hatten wunderbare Begegnungen, als wolle sich die Fischwelt ebenfalls verabschieden. Nach dem Tauchgang lagen wir uns weinend in den Armen.

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Die Vorbereitung zum Abschied, by Zigorio

Am Abend wurde der Abschiedsprozess von tausenden von Himmelsfackeln begleitet. Ein paar hundert Meter vom Strand entfernt bildeten alle Tauchboote eine Lichterkette und für jedes Opfer wurde eine Himmelsfackel entzünde. Allein in Khao Lak stiegen 5500 Lichter in den Himmel. Der Anblick war atemberaubend und sehr bewegend. Die Erinnerung daran ergreifen mich noch heute und ich muss auch jetzt wieder zum Taschentuch greifen.


Der Tod als Geschäft

Wenn ich dann die propagierte Sterbekultur hier in Europa anschaue, sehe ich nur Lug und Trug. Dieses Denken brachten nach dem Tsunami die lieben Christen in Scharen nach Khao Lak. Vor der Welle hatte es in dem kleinen Dorf zwei Freikirchen. Nach der Katastrophe über 150. Es waren schneller irgendwelche Pfaffen vor Ort als schweres Aufräumgerät. Die dazugehörenden, übergewichtigen Volontäre halfen nicht den Opfern, sondern sammelten bei den übrig gebliebenen Touristen Geld. Ich hätte jedem Einzelnen ins Gesicht schlagen können. Sie nutzten diese Katastrophe für ihren finanziellen Vorteil. Perversion in Reinkultur. Zum Glück sind die Thais nicht auf den Kopf gefallen. Die Freikirchen verteilten einen Teil des gesammelten Geldes, aber nur an die, welche den Kirchen beitraten. Herr und Frau Thai sagten schnell ja, holten sich das Geld ab und beim Rausgehen war der kollektive Gruss ein Zeichen mit dem Mittelfinger. Sie haben sehr schnell geschnallt, was die „fürsorglichen“ Kirchen wollten.


Die wahren Helfer

Die einzigen selbstlosen Helfer waren die Mönche aus den buddhistischen Klöstern, die einheimische Bevölkerung, welche selber gebeutelt war und die übrig gebliebenen Tauchbasen mit ihren Angestellten. Diese leisteten wirkliche Arbeit und halfen den Angehörigen ihre Vermissten zu finden. Es war eine grausame Arbeit. Aber immens wichtig. Jeder Vermisste, egal ob tot oder nicht, den man seinen Angehörigen zuführen konnte, schloss einen Kreis. Ich hörte unzählige Male den Satz:

„Es tut weh, wenn die Hoffnung auf ein Überleben zerstört wird, aber es ist immer noch besser als über das Schicksal im Ungewissen zu sein.“


Der Tod als Recht

Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Keiner kann ohne den anderen existieren. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir uns von verhindernden Dogmen befreien und selbstbestimmend unseren Abgang planen. Im Leben wollen wir auch über uns selber bestimmen, wieso nicht auch bei unserem Ableben? Nur weil es unangenehm ist, man an seine Vergänglichkeit erinnert wird und sich zig falscher Doktrinen erwehren muss? Es wird Zeit, dass wir auch bei diesem Thema erwachsen werden und uns nicht wie unerfahrene Kleinkinder verhalten, die jeden gepredigten Blödsinn vorbehaltslos glauben. Wir haben diverse Kulturen auf unserem Planeten, die eine würdige Sichtweise über den Tod haben. Orientieren wir uns an denen, dann verliert der Sensenmann seinen Schrecken. Zudem ermöglicht es das Bewusstsein, über seinen eigenen Tod entscheiden zu können.
Es ist ein Grundrecht des Menschen, sein eigenes Ableben bestimmen zu können. Da darf kein Arzt, Politiker oder Kuttenträger dreinreden. Mein Leben gehört mir alleine und ich sehe nicht ein, wieso irgendein dahergelaufener Weissichwas mir vorschreiben will, wie und wann ich zu sterben habe. Die können mir alle den Buckel runterrutschen. Wenn ich meine Zeit kommen sehe, dann verschwinde ich in die tiefsten Wälder, habe mich vorher von meinen Liebsten verabschiedet und gebe meinen Körper der Natur zurück. Sollte ich mich nicht mehr selber frei bewegen können, lasse ich die Wälder weg. Aber eines ist für mich klar: bevor jemand anders über mein Leben entscheidet, mache ich das. Ich hoffe, dass ich dann dazu physisch und psychisch noch in der Lage bin. Wenn nicht, habe ich eine Patientenverfügung wo genau drin steht, was mit mir passiert, wenn ich selber nicht mehr fähig bin darüber zu entscheiden.


Die Zeit nutzen

Machen Sie eine Checkliste, was Ihnen alles wichtig ist und was Sie noch erledigen müssen, damit Sie friedlich sterben können. Arbeiten Sie diese Liste ab. Suchen Sie sich eine Vertrauensperson, mit der Sie ungeniert und frei über ihren Tod sprechen können. Machen Sie ein Testament. Erkundigen Sie sich vorher, wie eines juristisch einwandfrei verfasst wird. Sollte es Ihnen egal sein, was mit ihren Habseligkeiten passiert, dann lassen Sie es. Andernfalls ermöglicht ein Testament einen reibungslosen Ablauf der Vollstreckung und gibt etwas Sicherheit, dass nach ihrem Tod nicht eine verwandtschaftliche Schlammschlacht beginnt. Man hat ein Leben lang Zeit, sich mit dem eigenen Tod auseinander zu setzen. Es ist schade, wenn diese Zeit entweder ungenutzt verstrichen ist, oder man sich irgendwelchen Phrasen hingibt, die noch nie zu Gunsten des Sterbenden waren, sondern einzig die Taschen von Heuchlern füllt. Unterstützen Sie bitte Sterbehilfe-Organisationen. Sie sind die Einzigen hier in Europa, welche sich für ein humanes Sterben einsetzen. Verfügen Sie, dass ihr Leichnam 11 Tage aufgebahrt wird. Danach kann er kremiert werden. Wenn Sie sich einlesen wollen, dann empfehle ich „Das tibetische Buch vom Leben und Sterben“ von Sogyal Rinpoche. Ich hoffe mit diesen Zeilen etwas Licht in dieses „düstere“ Thema gebracht zu haben. Im optimalen Fall verschwindet die Angst davor. Das wäre das eigentliche Ziel und ist eine der wichtigsten Lebensaufgaben, für mich jedenfalls. Zur Prüfung muss jeder antreten, ob er will oder nicht. Daher ist es nur logisch, so gut vorbereitet wie möglich bei Gevatter Tod zum Prüfungstermin zu erscheinen. Zeigen Sie ihm ihr ehrliches, wohlwollendes Lächeln und Sie haben das Examen bestanden.


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